Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Bei Konsolidierung auf Kurs bleiben

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01.09.2010

Bei Konsolidierung auf Kurs bleiben

Bund der Steuerzahler Hessen: Das Land muss den Sparkurs verstärken / Politik muss eigenen Sparbeitrag leisten


Volker Bouffier
Der BdSt Hessen sieht den personellen Wechsel in den Ämtern des Ministerpräsidenten und des Finanzministers als Chance, die Konsolidierung der Landesfinanzen weiter zu forcieren. Mit einer Neuverschuldung von voraussichtlich rund 3 Milliarden Euro in diesem und 2,8 Milliarden Euro im nächsten Jahr hätten Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Finanzminister Thomas Schäfer allen Grund, die Haushaltspolitik ihrer Vorgänger auf den Prüfstand zu stellen und zusätzliche Einsparpotenziale von den Ressortchefs zu fordern. Der neue Regierungschef und sein Finanzminister sollten bei dieser Gelegenheit auch zeigen, dass nicht nur der hessischen Bevölkerung schmerzhafte Opfer abverlangt werden, sondern ebenso die Politik dazu bereit ist. So sei den Wählern nicht zu vermitteln, warum Abgeordnete in den Genuss von steuerfinanzierten und für sie beitragsfreien Altersruhegeldern kommen sollten.

Die nachhaltige Konsolidierung der hessischen Landesfinanzen setze allerdings ebenso die Entschärfung der zukünftigen Sprengsätze des Landeshaushalts voraus. Insbesondere müsse der Gefahr der explosionsartig zunehmenden Kosten bei den Beamtenpensionen entgegengewirkt werden. Mit der stufenweisen Anhebung der gesetzlichen Altersgrenze für Beamte auf 67 Jahre, die Bouffier noch in seiner Funktion als Innenminister auf den Weg gebracht habe, sei ein erster wichtiger Schritt zur Kostenreduzierung getan. Doch dabei dürfe nicht übersehen werden, dass mit dieser Maßnahme die in den nächsten Jahren dramatisch ansteigenden Versorgungsausgaben nur unzureichend gedämpft werden können. Wegen der langen Übergangsphase bis 2029 seien die starken pensionsnahen Beamtenjahrgänge nur unwesentlich betroffen. Einen in die Beamtenversorgung einzubauenden Nachhaltigkeitsfaktor, der die Pensionshöhe mit der ungünstiger werdenden demografischen Entwicklung verknüpft, hält der Steuerzahlerbund für unerlässlich.

Im Zusammenhang mit der Erhöhung der Altersgrenze erinnert der Bund der Steuerzahler an ein anderes Politikerprivileg. Während Rentner und Pensionäre künftig erst mit 67 Jahren Renten bzw. Pensionen beziehen können, liegt die Altersgrenze bei hessischen Abgeordneten immer noch bei 60 Jahren und bei Landesministern sogar bei 55 Jahren. „Das ist den Bürgern nicht zu vermitteln und sollte schnellstmöglich geändert werden“, so Ulrich Fried, Vorsitzender des BdSt Hessen.

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