Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Henners Traum geplatzt

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01.02.2011

Henners Traum geplatzt

Beberbeck-Illusion kostet Hofgeismar Millionen


Foto: sternfolm
Seit 2004 plante die Stadt Hofgeismar (Landkreis Kassel) auf dem Gelände der Domäne Beberbeck den Bau einer riesigen Freizeitanlage. Für rund 400 Millionen Euro sollten private Investoren mitten im Reinhardswald Europas größte Ferienanlage bauen: ein luxuriöses Ferienresort mit über 6.000 Betten, künstlichen Seen, zahlreichen Sport-, Golf- und Reitanlagen auf einer Fläche von 900 Hektar. Die Idee von Bürgermeister Heinrich (Henner) Sattler (CDU) verkaufte sich anfangs gut. Denn die öffentlich einzusetzenden Gelder schienen bei diesem Mammutprojekt vernachlässigbar zu sein.

Auch der damalige Ministerpräsident Roland Koch machte sich für das Projekt stark. Aus dem Landeshaushalt sollten Infrastrukturhilfen in Höhe von 30 Millionen Euro fließen, falls die privaten Investoren mindestens 250 Millionen Euro in die Ferienanlage stecken. Angesichts der erwarteten 700 bis 900 Arbeitsplätze keine schlechte Investition für das Land. Der einzige Knackpunkt am ganzen Projekt war, potente Investoren zu finden. Denn erst dann wäre das Land bereit gewesen, seine Domäne Beberbeck zu verkaufen. Bürgermeister Sattler stellte immer wieder Investoren in Aussicht, doch jeder Termin zur Vertragsunterzeichnung wurde verschoben. Auf unsere kritischen Anfragen reagierte Sattler auch immer so, als ob es nur noch wenige Tage bis zum Startschuss dauern würde. Doch jeder mit dem Land vereinbarte Closing-Termin verstrich. Ursprünglich war der 31. März 2008 avisiert, dann verlängert auf den 31. Dezember 2008, den 30. Juni 2009 und schließlich auf den 31.Dezember 2010. Kurz vor Weihnachten musste Bürgermeister Sattler dann erklären, dass das Projekt gescheitert ist.

Für die Stadt Hofgeismar bedeutet das ein finanzielles Fiasko. Die 2007 eigens gegründete Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck mbh & Co. KG, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, musste Insolvenz anmelden. Für die Geschäfte der Gesellschaft hatte die Stadt ursprünglich mit zwei Millionen Euro gebürgt. Da diese Summe nicht ausreichte, war die Bürgschaft später auf 3,5 Millionen erhöht worden.

Der Schaden für die Steuerzahler dürfte weit höher sein. Denn bereits vor der Gründung der Besitzgesellschaft floss so mancher Euro aus der Stadtkasse in das Projekt. Unterm Strich dürfte Henners Traum die Stadt rund vier Millionen Euro gekostet haben.

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