Henners Traum geplatzt
Beberbeck-Illusion kostet Hofgeismar MillionenAuch der damalige Ministerpräsident Roland Koch machte sich für das Projekt stark. Aus dem Landeshaushalt sollten Infrastrukturhilfen in Höhe von 30 Millionen Euro fließen, falls die privaten Investoren mindestens 250 Millionen Euro in die Ferienanlage stecken. Angesichts der erwarteten 700 bis 900 Arbeitsplätze keine schlechte Investition für das Land. Der einzige Knackpunkt am ganzen Projekt war, potente Investoren zu finden. Denn erst dann wäre das Land bereit gewesen, seine Domäne Beberbeck zu verkaufen. Bürgermeister Sattler stellte immer wieder Investoren in Aussicht, doch jeder Termin zur Vertragsunterzeichnung wurde verschoben. Auf unsere kritischen Anfragen reagierte Sattler auch immer so, als ob es nur noch wenige Tage bis zum Startschuss dauern würde. Doch jeder mit dem Land vereinbarte Closing-Termin verstrich. Ursprünglich war der 31. März 2008 avisiert, dann verlängert auf den 31. Dezember 2008, den 30. Juni 2009 und schließlich auf den 31.Dezember 2010. Kurz vor Weihnachten musste Bürgermeister Sattler dann erklären, dass das Projekt gescheitert ist.
Für die Stadt Hofgeismar bedeutet das ein finanzielles Fiasko. Die 2007 eigens gegründete Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck mbh & Co. KG, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, musste Insolvenz anmelden. Für die Geschäfte der Gesellschaft hatte die Stadt ursprünglich mit zwei Millionen Euro gebürgt. Da diese Summe nicht ausreichte, war die Bürgschaft später auf 3,5 Millionen erhöht worden.
Der Schaden für die Steuerzahler dürfte weit höher sein. Denn bereits vor der Gründung der Besitzgesellschaft floss so mancher Euro aus der Stadtkasse in das Projekt. Unterm Strich dürfte Henners Traum die Stadt rund vier Millionen Euro gekostet haben.
