Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Klima bei Betriebsprüfungen verbesserungsfähig

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21.06.2012

Klima bei Betriebsprüfungen verbesserungsfähig

Bund der Steuerzahler Hessen: Umfrage zur Betriebsprüfung stellt Prüfern nur befriedigendes Zeugnis aus / Hauptstreitpunkt ist oft private Pkw-Nutzung


Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de
Der BdSt Hessen hat die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedern zur Situation bei Betriebsprüfungen in Hessen ausgewertet. Nachgefragt wurde unter anderem nach dem Verhalten der Betriebsprüfer während der Prüfung, nach den Prüfungsschwerpunkten sowie über Art und Abschluss der Prüfung.

Bei der Frage nach dem Verhalten des Prüfers beschreiben 90 Prozent den Betriebsprüfer als „freundlich“ und/oder „korrekt“. Nur 10 Prozent hatten Probleme mit den Prüfern und bezeichnen diese beispielsweise als „voreingenommen“. Wenn die Prüfer auf Ungereimtheiten stießen oder Beanstandungen hatten, empfand die Hälfte der Geprüften den Prüfer als „normal“, fast 20 Prozent sogar als „großzügig“. Rund 30 Prozent meinten aber, dass ihr Prüfer sich „kleinlich“ verhalten habe.

Bei der Diskussion über Streitfragen halten 40 Prozent der Befragten den Prüfer für „uneinsichtig“. Genauso groß ist der Anteil derjenigen, die den Prüfer zwar für „hart“, aber letztlich für „fair“ halten. Lediglich 20 Prozent bescheinigen dem Prüfer, in Streitfällen „sehr entgegenkommend“ gewesen zu sein. Sehr zufrieden zeigten sich die geprüften Steuerzahler über die Informationen während der Prüfung. 90 Prozent geben an, dass der Prüfer während der Prüfung laufend von sich aus bzw. auf Fragen der Steuerzahler hin ausreichend über den Fortgang der Prüfung und seine Prüfungsfeststellungen informiert hat.

Der Rückgriff auf Datenbanken spielt bei den Betriebsprüfungen offenbar eine immer größere Rolle. In mehr als 60 Prozent der Fälle sollen die Prüfer nach den Grundsätzen des Datenzugriffs und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen vorgegangen sein. Diese Prüfungsmethode ist erst seit einigen Jahren möglich und zulässig. In diesem Zusammenhang gaben fast alle betroffenen Steuerzahler an, dass es hier keinerlei Probleme hinsichtlich der Durchführung der elektronischen Prüfung gab.

Wie die Auswertung des Steuerzahlerbundes zeigt, kommt es bei fast jeder Prüfung (95 Prozent) zu Beanstandungen. Hauptstreitpunkt ist wie in den Umfragen der Vorjahre die private Pkw-Nutzung. Bemängelt wurde häufig auch die Gestaltung und Durchführung von Verträgen zwischen Angehörigen. Beruhigend ist, dass es in fast 80 Prozent der Prüfungen schließlich zu einer Einigung zwischen Prüfer und Steuerzahler über alle bzw. die meisten der streitigen Punkte gekommen ist.

Die Beurteilung des Prüferverhaltens und damit des Klimas bei den hessischen Betriebsprüfungen drückt sich auch in den Schulnoten aus, die die Geprüften ihren Prüfern geben. Dabei kommen sie in der Gesamtbewertung auf eine Durchschnittsnote von 3,0.

„Auch wenn das Klima bei einer Betriebsprüfung nicht allein vom Betriebsprüfer, sondern auch von der Bereitschaft zur Mitwirkung seitens des geprüften Steuerzahlers abhängt, ist eine Bewertung mit der Note „befriedigend“ verbesserungsfähig. Maßvoll statt kleinlich und verständnisvoll statt uneinsichtig, sollte die Devise sein“, so Ulrich Fried, Vorsitzender des BdSt Hessen.


Hinweis:

Der Bund der Steuerzahler Hessen bietet allen Interessierten die kostenlose Broschüre ''Die Steuerprüfung'' an.
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