Leihfahrräder in Kassel
Forschungsprojekt mit finanziellen RisikenInsgesamt 12,7 Millionen Euro lässt sich das der Bund kosten, wovon etwa 1,4 Millionen Euro nach Kassel fließen. Die Stadt muss sich in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 175.000 Euro beteiligen. Nach zwei Jahren endet der Modellversuch und damit der Finanzierungsbeitrag des Bundes. Dann soll das System kostendeckend laufen.
Verkehrsdezernent Dr. Joachim Lohse hält die Erfolgsaussichten für gut. Ganz anders der für die Finanzen der Stadt zuständige Kämmerer Dr. Jürgen Barthel. Er bezweifelt, dass der Fahrradverleih wirtschaftlich betrieben werden kann und erklärte, dass sich Kassel das System aufgrund der jährlichen Haushaltsdefizite gar nicht leisten könne.
Noch gibt es keine belastbaren Zahlen, in welcher Höhe die Stadt nach Auslaufen des Zuschusses aus der Bundeskasse eigenes Geld beisteuern muss, damit das Projekt weiterbetrieben werden kann. Deshalb sollten die Befürworter neben den möglichen ökologischen Effekten nicht die finanziellen Risiken für die Stadtkasse aus den Augen verlieren. Die Verantwortlichen in Kassel werden nicht müde, den Grund für die desolate Haushaltslage auf die Landes- und Bundespolitik zu schieben. Sie sollten dann aber auch nicht den Verlockungen hoher Zuschüsse erliegen, wenn die Folgekosten zu dauerhaften Defiziten für die Stadt führen könnten.
