Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Städte und Gemeinden in Südhessen ziehen die Steuerschraube an

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12.07.2012

Städte und Gemeinden in Südhessen ziehen die Steuerschraube an

BdSt Hessen beleuchtet Steuerpolitik der Kommunen in vier südhessischen Landkreisen / 42 der 74 Kommunen erhöhen die Steuern / Am häufigsten wurde Grundsteuer B erhöht


Foto: Dorothea Jacob / pixelio.de
Der BdSt Hessen hat die aktuelle Steuerpolitik der südhessischen Städte und Gemeinden aufbereitet. „Wir haben alle Steuersätze und die Bagatellsteuern erhoben, so dass jeder auf einen Blick erkennen kann, wie sich die Belastung der Bürger und Betriebe in seiner Gemeinde und im Vergleich zu anderen darstellt,“ erläutert Ulrich Fried, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbundes. Von den 74 Städten und Gemeinden aus den Südkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwald, erhöhten im Jahr 2012 insgesamt 42 Städte und Gemeinden mindestens eine kommunale Steuer. Acht stockten gleich die Hebesätze aller drei Realsteuern auf, zwei führten eine Zweitwohnungsteuer ein.

Mit 400 Prozent verlangt die Gemeinde Bischofsheim (Landkreis Groß-Gerau) den höchsten Gewerbesteuerhebesatz. Dagegen werden die Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde Mörlenbach (Landkreis Bergstraße) mit 300 Prozent am wenigsten belastet. Im Durchschnitt liegt der Hebesatz für die Gewerbesteuer in den 74 südhessischen Kommunen bei 351 Prozent.

Die Spannweite bei der Grundsteuer B reicht von 220 Prozent in Groß-Rohrheim (Bergstraße) bis zu 400 Prozent in der Stadt Rüsselsheim. Der Durchschnittswert liegt bei dieser Steuer bei 286 Prozent.

In Eppertshausen (Darmstadt-Dieburg) wird auf die Erhebung der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen ganz verzichtet. Dagegen müssen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Neckarsteinach (Bergstraße) mit 450 Prozent am meisten zahlen.

Bis auf zwei Gemeinden aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und fünf Kommunen aus dem Odenwaldkreis, wird überall eine Spielapparatesteuer erhoben. Zwei Städte verlangen zudem eine Steuer für die Vorführung von Filmbildstreifen (Pornosteuer) und in insgesamt 9 Kommunen gibt es eine Zweitwohnungsteuer.

In insgesamt 50 der 74 Städte und Gemeinden wird neben der üblichen Hundesteuer auch noch eine Steuer für gefährliche Hunde erhoben. Die Hundebesitzer müssen für diese Hunde in den meisten Kommunen mindestens zehnmal soviel Steuern bezahlen, wie für einen „normalen“ Hund.

Im Kreis Bergstraße hat die Stadt Zwingenberg gleich alle Hebesätze der Realsteuern sowie auch die Hundesteuern erhöht. Mit nunmehr 360 Prozent (+30) bei der Gewerbesteuer fordert sie gemeinsam mit Heppenheim und Lindenfels im Landkreis den höchsten Hebesatz. Neben Zwingenberg erhöht nur noch Lorsch den Gewerbesteuerhebesatz um 10 Punkte auf nunmehr 340 Prozent. Zehn der 22 Städte und Gemeinden erhöhten allerdings den Hebesatz für die Grundsteuer B. Lag der Durchschnitt 2011 noch bei 256 Prozent beträgt er nun 274 Prozent. Groß-Rohrheim mit 220 Prozent und Biblis mit 230 Prozent rangieren deutlich unter diesem Durchschnittswert. Lindenfels und Zwingenberg verlangen mit 300 Prozent am meisten von den Grund- und Hausbesitzern. Für die Besitzer von gefährlich eingestuften Hunden ist erfreulich, dass in Grasellenbach die Jahressteuer um 300 Euro auf nunmehr 500 Euro reduziert wurde. Dagegen führte Biblis diese Kampfhundesteuer jetzt erstmalig ein. Anstelle von 48 Euro müssen jetzt 504 Euro gezahlt werden.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde mächtig an der Steuerschraube gedreht. Von den 23 Städten und Gemeinden erhöhten 14 ihre Steuerforderungen. Mit Alsbach-Hähnlein, Griesheim, Groß-Zimmern, Otzberg und Roßdorf erhöhten gleich fünf Kommunen alle Hebesätze. Den höchsten Gewerbesteuerhebesatz hat jetzt Griesheim mit 390 Prozent, den niedrigsten Schafheim mit 310 Prozent. Durch die Erhöhungen stieg die Durchschnittsbelastung im Landkreis auf nunmehr 363 Prozent. Den größten Zuwachs gab es auch hier bei der Grundsteuer B. Im Landkreis stieg er um 5,3 % von 273 auf nunmehr 288 Prozent. Die Spannweite reicht von 240 Prozent in Groß-Bieberau bis zu 320 Prozent in Babenhausen und Pfungstadt. In Bickenbach gibt es künftig eine Steuer für gefährliche Hunde. Dort muss jetzt anstelle der bis zum letzten Jahr gültigen 24 Euro mit 500 Euro mehr als das 20fache bezahlt werden.

Im Kreis Groß-Gerau erhöhten Riedstadt und Stockstadt alle Hebesätze. Riedstadt führte 2012 erstmalig eine Zweitwohnungsteuer ein. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 400 ist Bischofsheim weiterhin Spitzenreiter in diesem Landkreis. Am unteren Ende liegen Nauheim und Trebur, wo jeweils 350 Prozent verlangt werden. Der jetzige Durchschnittswert des Grundsteuer B Hebesatzes erhöht sich um 12 Punkte auf 306. Allerdings ist in dieser Berechnung auch die Sonderstatusstadt Rüsselsheim enthalten, wo mit 400 Prozent der höchste Hebesatz eingefordert wird. Durch die in Riedstadt beschlossene Erhöhung liegt Riedstadt mit 360 Prozent jetzt an zweiter Stelle. Dagegen kommen Gernsheim und Kelsterbach noch mit einem Hebesatz von 250 Prozent aus. Gernsheim führt dagegen erstmalig eine Steuer für gefährliche Hunde ein. Dort müssen jetzt die Hundebesitzer dieser Hunde den 10fachen Wert der normalen Hundesteuer entrichten.

Im Odenwaldkreis haben die Kommunalpolitiker am wenigsten an der Steuerschraube gedreht. Hier hat keine Kommune den Gewerbesteuerhebesatz verändert. Zudem ist die Spannweite sehr gering und liegt zwischen 320 Prozent in Hesseneck und Rothenberg und 350 Prozent in insgesamt neun der 15 Städte und Gemeinden. Den höchsten Grundsteuer B Hebesatz verlangt die Stadt Erbach mit 315 Prozent, den niedrigsten Breuberg und Brombachtal mit jeweils 250 Prozent. Hessens kleinste Gemeinde Hesseneck hat für 2012 erstmalig eine Zweitwohnungsteuer eingeführt.

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