Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Steuergelder gehen baden

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01.11.2011

Steuergelder gehen baden

Eine teure Badesaison im Kasseler Auebad

Für das alte, sanierungsbedürftige Freibad sollte nach der Saison 2009 eigentlich Schluss sein. Das Bad sollte 2010 abgerissen werden und einem Neubau an gleicher Stelle Platz machen. Doch dann gab es Verzögerungen. Deshalb entschied die Stadtverordnetenversammlung im April 2010, das Kasseler Auebad doch noch einmal für die laufende Saison zu öffnen. Es wurde eine kurze, aber teure Badesaison.

Nicht nur Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) warnte, dass die Wiedereröffnung aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn machen würde, auch die Städtischen Werke sprachen sich gegen eine Wiederherrichtung des maroden Bades aus. Leider ohne Erfolg. Weil aber der strenge Winter dem baufälligen Bad sehr zugesetzt hatte, waren die Schäden an dem Becken weitaus gravierender als angenommen. Großflächig waren die Kacheln abgeplatzt, Löcher in der Wand mussten gestopft werden. Ein Freibad zum Gruseln.

In acht Wochen richteten die Städtischen Werke das Auebad notdürftig her. Geöffnet wurde schließlich am 20. Juni 2010. Doch der kühle und verregnete Sommer sorgte dafür, dass nur 33.500 Besucher gezählt wurden, als das Kultbad am 5. September für immer seine Türen schloss. Ein Jahr hat es dann gedauert, bis die Städtischen Werke die endgültigen Besucherzahlen für 2010 herausrückten. So kann jetzt erst Bilanz gezogen werden.

Die Sanierungs- und Fixkosten beliefen sich für die 11 Wochen dauernde Öffnung auf 656.000 Euro. Die Einnahmen lagen bei rund 67.000 Euro. Damit hat die kurzfristige Wiedereröffnung des Freibades 7.650 Euro pro Tag gekostet. Jeder Besucher des Auebads wurde somit mit mindestens 17,58 Euro subventioniert.

Inzwischen ist das alte Bad abgerissen und die Neubauplanungen nehmen Fahrt auf. Genauso wie die Baukosten. Waren es bei der Erteilung der Baugenehmigung 2010 noch 30 Millionen, so ist der Kostenrahmen für die Bäderlandschaft inzwischen auf 45,2 Millionen Euro angewachsen.

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