20.10.2011
Zum zweiten Mal im Schwarzbuch
Im diesjährigen Schwarzbuch finden sich unter den Rubriken „Verschwendung droht“ und „Nachlese“ auch zwei hessische Projekte, die bereits früher Einträge ins Schwarzbuch erhalten haben:
Bereits 2007 war die Expressstrecke der Lossetalbahn zwischen Kassel und Hessisch Lichtenau ein Fall für unser Schwarzbuch. Damals wurde eine zusätzliche Schienenverbindung in Betrieb genommen, um eine Fahrzeitverkürzung von acht Minuten zu erreichen. Diese ehemalige Güterverkehrsstrecke wurde für rund 300.000 Euro komplett erneuert. Bereits anderthalb Jahre später wurde der Betrieb auf der Expressstrecke wegen fehlender Wirtschaftlichkeit wieder eingestellt. Jetzt wird überlegt, die stillgelegte Strecke erneut zu aktivieren. Hier droht die Wiederholung der seinerzeitigen Verschwendung.
Den Fall herunterladen
Im Jahr 2008 berichteten wir über die geplante kostenfreie Nutzung von privaten Fitnessstudios durch die städtischen Mitarbeiter in Wiesbaden. Begründet wurde das auf „maximal zwei Jahre“ begrenzte Projekt mit einer zu hohen Krankheitsquote, die deutlich gesenkt werden sollte. Jetzt liegt ein erstes Resümee für den Projektzeitraum August 2008 bis Dezember 2010 vor. Der Aufwand für die Nutzung der Fitnesseinrichtungen betrug rund 540.000 Euro. Trotz dieses Aufwands wurde das eigentliche Ziel aber deutlich verfehlt. Statt zu sinken, stieg die Krankenquote von 6,8 Prozent im Jahr 2008 auf 7,3 Prozent im letzten Jahr. Der Anstieg fiel damit auch deutlicher aus als in Städten vergleichbarer Größenordnung. Trotzdem verlängerten die Stadtverordneten das Projekt bis Ende Juli nächsten Jahres.
Den Fall herunterladen