Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - 41 Prozent der Kommunen im Landkreis Kassel drehen 2017 an der Steuerschraube

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21.07.2017

41 Prozent der Kommunen im Landkreis Kassel drehen 2017 an der Steuerschraube

BdSt Hessen beleuchtet kommunale Steuerpolitik / Zwölf von 29 kreisangehörigen Städten und Gemeinden erhöhten mindestens eine Steuer / Zehn steigerten den Hebesatz der Grundsteuer B

Der BdSt Hessen hat die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel aufbereitet. „Unser diesjähriger Vergleich aller kommunalen Steuersätze zeigt, dass es vielerorts erneut zu Steuererhöhungen kam. Seit 2011 wurden insbesondere die Hebesätze der Grundsteuer B oft gleich mehrfach erhöht“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds. Beispielsweise habe Calden seitdem fünf Erhöhungen beschlossen. Im Jahr 2017 hoben insgesamt zwölf der 29 kreisangehörigen Städte und Gemeinden mindestens eine kommunale Steuer an. Kaufungen, Liebenau, Schauenburg, Söhrewald und Trendelburg steigerten sogar alle Realsteuern. Zierenberg hingegen senkte diese drei Hebesätze leicht.

In diesem Jahr verlangt Fuldabrück mit 475 Prozent den höchsten Gewerbesteuerhebe-satz im Kreis, dicht gefolgt von Schauenburg, wo nach einer Steigerung um 70 Punkte nun genau wie in Zierenberg (nach einer Senkung um zehn Punkte) 470 Prozent verlangt wer-den. Der niedrigste Hebesatz im Landkreis beträgt 380 Prozent. Er wird gleich von zehn Städten und Gemeinden gefordert. Eine Erhöhung des Hebesatzes beschlossen insgesamt sechs Städte und Gemeinden. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung stieg im Ver-gleich zum Vorjahr um acht Punkte auf 406 Prozent an.

Den Hebesatz der Grundsteuer B erhöhten zehn Kommunen im Kreis. Die kräftigste Stei-gerung wurde in diesem Jahr mit 170 Punkten in Liebenau beschlossen. Dort verlangt man jetzt 590 Prozent. Damit belegt die Stadt gemeinsam mit Bad Emstal, wo in diesem Jahr 90 Punkte aufgeschlagen wurden, in der Rangliste des Landkreises Platz 1. Schauenburg folgt mit 560 Prozent, dort beträgt die diesjährige Steigerung 110 Punkte. Am wenigsten werden die Steuerpflichtigen dagegen mit jeweils 350 Prozent in Baunatal und Hofgeismar belastet. Der Durchschnittswert des Landkreises liegt 2017 bei dieser Steuer bei 430 Prozent und stieg gegenüber dem Vorjahr um 21 Punkte an.

Die weniger ertragreiche Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurde von sieben Kommunen erhöht. Auch hier gab es teilweise drastische Steigrungen. Wie bei der Grundsteuer B wurde der Hebesatz in Liebenau um 170 Punkte und in Bad Emstal um 90 Punkte heraufgesetzt. In beiden Orten werden jetzt jeweils 590 Prozent ver-langt. Den höchsten Wert ruft aktuell Schauenburg mit 600 Prozent (+50 Punkte) auf. In Vellmar ist der Hebesatz mit 330 Prozent am niedrigsten. Der Kreisdurchschnittswert stieg in diesem Jahr um 14 Punkte auf 424 Prozent an.

Auch bei den Bagatellsteuern gab es 2017 einige Veränderungen: So erhöhten Immen-hausen, Liebenau, Reinhardshagen, Wahlsburg und Wolfhagen die Hundesteuersätze, Reinhardshagen zudem auch die Steuer für gefährlich eingestufte Hunde. Wahlsburg führte darüber hinaus eine Zweitwohnungsteuer ein.

Hier können Sie die detaillierte Übersicht für den Landkreis Kassel herunterladen.
Die Tabellen aller bisher veröffentlichten Landkreise finden Sie hier.

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