Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Fast ein Drittel der Kommunen im Landkreis Offenbach dreht 2018 an der Steuerschraube


02.10.2018

Fast ein Drittel der Kommunen im Landkreis Offenbach dreht 2018 an der Steuerschraube

Vier von 13 kreisangehörigen Kommunen erhöhten mindestens eine Steuer / Egelsbach steigerte die Grundsteuer B sogar um 121 Punkte

Der BdSt Hessen hat die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Landkreis Offenbach aufbereitet. „Wir haben alle Steuersätze und die Bagatellsteuern verglichen, damit für jeden deutlich wird, wie hoch die Belastung der Bürger und Betriebe in seiner Kommune ist“, erläutert Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds. Von den 13 kreisangehörigen Städten und Gemeinden erhöhten im Jahr 2018 insgesamt vier mindestens eine kommunale Steuer. Egelsbach steigerte die Grundsteuer B sogar um 121 Punkte auf jetzt 685 Prozent.

Die Hebesätze der Grundsteuer B erreichen inzwischen teilweise Werte, die vor einigen Jahren noch undenkbar erschienen. Zwei Kommunen drehten 2018 an dieser Steuerschraube. Nach einer Erhöhung des Hebesatzes um 121 Punkte ist Egelsbach in diesem Jahr mit 685 Prozent Spitzenreiter des Landkreises. Langen steigerte die Belastung wie schon im letzten Jahr um 50 Punkte und griff damit nun schon zum vierten Mal in Folge zum Mittel der Steuererhöhung. Im Jahr 2014 betrug der dortige Hebesatz noch 450 Prozent, jetzt sind es 650. Am wenigsten belastet werden die Bürger und Betriebe mit unverändert 350 Prozent in Neu-Isenburg. Der Kreisdurchschnitt stieg um 13 Punkte auf 487 Prozent.

Dietzenbach verlangt mit 395 Prozent weiterhin den höchsten Gewerbesteuerhebesatz im Kreis. Am wenigsten belastet werden die Gewerbesteuerzahler mit 345 Prozent in Neu-Isenburg. Zwei Kommunen drehten dieses Jahr an der Steuerschraube: Egelsbach mit 20 Punkten und Seligenstadt mit 7 Punkten. Damit belegt Egelsbach zusammen mit Mühlheim, Rödermark und Rodgau mit jeweils 380 Prozent den zweiten Platz im Landkreis. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte auf 370 Prozent.

Der Hebesatz der weniger ertragreichen Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurde 2018 von keiner Kommune verändert. Den unrühmlichen Spitzenplatz im Landkreis belegt weiterhin Egelsbach mit 564 Prozent. Es folgen Dreieich mit 500 Prozent und Rodgau mit 450 Prozent. Dagegen verzichtet Neu-Isenburg nach wie vor völlig auf die Erhebung dieser Steuer. Der Kreisdurchschnittswert liegt bei 322 Prozent.

Bei den Bagatellsteuern gab es nur wenige Veränderungen. Die Hundebesitzer in Mühlheim müssen nun 60 Euro statt 36 Euro bezahlen. Außer Dietzenbach verzichten auch weiterhin alle Kommunen im Landkreis auf eine Zweitwohnungssteuer.

Erfreulich ist, dass für 2018 nur drei Kommunen mit einem defizitären Haushalt planen. Bei den derzeit heiß diskutierten Straßenbeiträgen ist keine Tendenz festzustellen. Vier Kommunen erheben einmalige, ebenso viele wiederkehrende Straßenbeiträge. Fünf Städte und Gemeinden verzichten sogar komplett auf die finanzielle Beteiligung der Eigentümer an der Straßensanierung: Dreieich, Neu-Isenburg, Rödermark, Rodgau und Seligenstadt. Der hessische Steuerzahlerbund lehnt vor allem die wiederkehrenden Beiträge ab, weil ihre Erhebung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Hier können Sie die detaillierte Übersicht für den Landkreis Offenbach herunterladen
Die Tabellen aller bisher veröffentlichten Landkreise finden Sie hier.


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