Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Hessische Städte und Gemeinden schrauben Steuerbelastung deutlich nach oben

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18.09.2013

Hessische Städte und Gemeinden schrauben Steuerbelastung deutlich nach oben

61 Prozent der hessischen Kommunen erhöhen Steuern / Grundsteuer B stieg in fast der Hälfte der Städte und Gemeinden / Auch Bagatellsteuern auf dem Vormarsch


Foto: M. Großmann / pixelio.de
Laut einer Untersuchung des BdSt Hessen haben in diesem Jahr 261 der 426 hessischen Städte und Gemeinden mindestens eine kommunale Steuer erhöht. Insgesamt steigern also 61 Prozent der Kommunen die Belastung ihrer Bürger und Unternehmen. Dies ist Ergebnis einer Analyse des BdSt Hessen zur kommunalen Steuerpolitik, bei der neben den Grundsteuern und der Gewerbesteuer auch die Bagatellsteuern berücksichtigt wurden. In 112 Städten und Gemeinden (ca. 26 Prozent) wurden gleich alle drei Realsteuerhebesätze angehoben. Bad Sooden-Allendorf und Kirchheim sind seit diesem Jahr bundesweit die ersten Pferdesteuer-Kommunen, Schlangenbad beschloss die Einführung ab 2014. Kirchheim erhebt darüber hinaus wie auch Lautertal im Odenwald seit diesem Jahr die so genannte Bettensteuer.

„Wir betrachten mit Sorge, dass wie im Vorjahr wieder die Mehrzahl der hessischen Städte und Gemeinden zum Mittel der Steuererhöhung greift. Auffällig sind neben der hohen Anzahl steuererhöhender Kommunen auch die teilweise massiven Steigerungsraten im Vergleich zum Vorjahr. Bevor jedoch auf Kosten der Bürger und Unternehmen Steuern erhöht oder neu eingeführt werden, sollten zunächst alle Möglichkeiten zu Einsparungen genutzt werden", erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des BdSt Hessen. Besonders durch interkommunale Zusammenarbeit gebe es vielerorts noch die Möglichkeit, erheblich zu sparen.

Landesweiter Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz ist mit 460 Prozent die Stadt Frankfurt am Main, doch auch kleinere Kommunen wie Laubach und Waldkappel folgen mit je 450 Prozent dicht dahinter und liegen noch vor den anderen hessischen Groß-städten. Hessenweit am wenigsten werden die Gewerbesteuerzahler mit 275 Prozent in Beselich und mit je 280 Prozent in Allendorf (Eder), Bad Soden und Eschborn belastet. Die höchsten Hebesatzsteigerungen müssen mit je 110 Punkten in Meinhard und Weißenborn sowie mit 100 Punkten in Laubach verkraftet werden. Insgesamt erhöhten 160 Städte und Gemeinden (rund 38 Prozent) den Gewerbesteuerhebesatz, davon 22 um mehr als 50 Punkte.

Die Grundsteuer B wurde hessenweit in 208 Städten und Gemeinden erhöht, das entspricht einem Anteil von rund 49 Prozent. Dass gerade diese Steuer häufig erhöht wird, dürfte wohl auch daran liegen, dass jeder Bürger an der Abgabenlast beteiligt ist. Zwar liefern die bebaubaren und bebauten Grundstücke die Steuerbemessung, jedoch wird die Steuer bei vermieteten Immobilien auf die Mieter umgelegt. Die Spannweite der Hebesätze reicht in diesem Jahr von 140 Prozent in Eschborn bis zu 800 Prozent in Rüsselsheim. Ronshausen mit 650 und Rotenburg mit 600 Prozent erheben ebenfalls weitaus höhere Hebesätze als beispielsweise die fünf kreisfreien hessischen Großstädte. Die kräftigste Steigerung müssen die Bürger in Rüsselsheim verkraften, wo der Hebesatz von 400 auf nunmehr 800 Prozent verdoppelt wurde. Auch die Aufschläge in Ronshausen um 270 Punkte auf nunmehr 650 Prozent, in Rotenburg (plus 260 auf 600) sowie in Hirzenhain (plus 260 auf 520) sind beträchtlich.

Die detaillierten Auswertungen finden Sie hier:

Download : Alphabetische Übersicht kommunaler Steuern hessischer Städte und Gemeinden im Jahr 2013

Download : Größte Hebesatzsteigerungen von 2012 auf 2013

Download : Gewerbesteuerhebesätze hessischer Städte und Gemeinden im Jahr 2013

Download : Grundsteuer B-Hebesätze hessischer Städte und Gemeinden im Jahr 2013

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