Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Mehr als ein Drittel der Städte und Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau erhöht Steuern

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05.07.2018

Mehr als ein Drittel der Städte und Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau erhöht Steuern

Fünf von 14 kreisangehörigen Kommunen erhöhten mindestens eine Steuer / Trebur und Stockstadt steigern Belastung drastisch / Zuschuss für wiederkehrende Beiträge lässt Kommunen umdenken

Der BdSt Hessen hat die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau aufbereitet. „Unser Vergleich aller Steuersätze zeigt, dass in diesem Jahr zwar nur wenige Kommunen an der Steuerschraube gedreht haben, doch diese dann teilweise drastisch. Das ohnehin schon bedenklich hohe Belastungsniveau im Landkreis ist somit noch weiter gestiegen“, erklärt Eva Kugler, Kommunalreferentin des hessischen Steuerzahlerbunds. Von den 14 kreisangehörigen Städten und Gemeinden erhöhten im Jahr 2018 fünf mindestens eine kommunale Steuer. Gernsheim steigerte sogar alle drei Realsteuerhebesätze. Die Bürger in Mörfelden-Walldorf dürfen sich hingegen über eine Steuersenkung freuen.

Auch in diesem Jahr verlangen Ginsheim-Gustavsburg und Rüsselsheim mit je 420 Prozent den höchsten Gewerbesteuerhebesatz im Kreis. Am wenigsten belastet werden die Gewerbesteuerzahler mit jeweils 380 Prozent in Biebesheim, Gernsheim und Raunheim. Fast alle Kommunen hielten ihre Hebesätze konstant. Die einzige Ausnahme ist Gernsheim: Dort beschlossen die Verantwortlichen eine moderate Steigerung um zehn Punkte auf jetzt 380 Prozent. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung stieg im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt auf nun 400 Prozent an.

Der Hebesatz der Grundsteuer B wurde von vier Kommunen erhöht. Stockstadt und Trebur steigerten die Belastung sogar um 150 bzw. 111 Punkte. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt mit 960 Prozent weiterhin die Gemeinde Nauheim. Aber auch Ginsheim-Gustavsburg hat mit 790 Prozent (70 Punkte mehr als im Vorjahr) einen extrem hohen Hebesatz festgesetzt. Die dortigen Belastungen durch die Grundsteuer B liegen deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 602 Prozent. Dieser Wert stieg gegenüber dem Vorjahr um 22 Punkte an. Landkreisweit am wenigsten werden die Grundsteuer B-Zahler in Biebesheim zur Kasse gebeten: Dort gilt weiter ein Hebesatz von 310 Prozent. Erfreulich für die Steuerzahler ist die Senkung der Grundsteuer B in der Stadt Mörfelden-Walldorf um 50 Punkte. Gleichwohl liegt der Hebesatz mit nun 740 Prozent weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Die weniger ertragreiche Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen erhöhten zwei Kommunen. Eine besonders drastische Steigerung ist auch hier in Stockstadt zu verzeichnen, wo nun 150 Punkte mehr verlangt werden. Bei dieser Steuerart nimmt Ginsheim-Gustavsburg, wie im Vorjahr, mit 720 Prozent den Spitzenplatz des Landkreises ein. Dagegen verlangt Raunheim mit 300 Prozent kreisweit am wenigsten. Der Durchschnittswert stieg in diesem Jahr um 12 Punkte auf 474 Prozent.

Die neue Gesetzgebung zu Straßenbeiträgen, nach der diese kein „Muss“ mehr sind, sorgt auch im Landkreis Groß-Gerau vielerorts für ein Umdenken der politisch Verantwortlichen. Aktuell verzichten nur drei von 14 Kommunen völlig auf die finanzielle Beteiligung der Anwohner an der Straßensanierung: Nauheim, Rüsselsheim und Stockstadt. In Zukunft will auch Mörfelden-Walldorf Straßenbeiträge komplett abschaffen. Neun Kommunen erheben einmalige und zwei wiederkehrende Beiträge. Laut der geänderten Gesetzgebung erhalten Kommunen Landeszuschüsse für die Erhebung wiederkehrender Beiträge. Mutmaßlich deshalb planen drei Kommunen auf dieses Modell umzustellen. Der BdSt Hessen lehnt wiederkehrende Beiträge ab, weil ihre Erhebung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist. Dieses unwirtschaftliche Vorgehen nun auch noch zu subventionieren, ist aus Verbandssicht absurd.

Hier können Sie die detaillierte Übersicht für den Landkreis Groß-Gerau herunterladen.

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