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Pannen-Mainfähre im Internet versteigert

Im Schwarzbuch 2020 kritisierte der Bund der Steuerzahler die Fähre zwischen Maintal und Mühlheim. Der Kreis Offenbach hatte trotz teurer Pleiten, Pech und Pannen viel zu lang daran festgehalten – und das trotz privat betriebener Fähre ein paar Kilometer weiter. 2020 kam der Kreis endlich zur Einsicht und versteigerte die Fähre im Dezember. Reichlich spät.

Landkreis Offenbach. Im Schwarzbuch 2020 wurde über den Fährbetrieb im Kreis Offenbach berichtet, bei dem viel Steuergeld im Main versenkt wurde. Was war passiert?

Nachdem die traditionsreiche Verbindung zwischen Maintal-Dörnigheim und Mühlheim 2017 wegen Problemen mit dem damaligen Betreiber zunächst stillgelegt worden war, wurde das Schiff für insgesamt 117.000 Euro instandgesetzt und 2019 einem neuen Betreiber anvertraut. Doch die Fähre war schon nach 4 Stunden manövrierunfähig und der Betreiber verfügte offenbar auch nicht über ausreichend qualifiziertes Personal. Der Vertrag wurde gekündigt. Auch weitere Versuche schlugen fehl, weil kein geeigneter Betreiber gefunden werden konnte und der Betrieb in kommunaler Regie zu teuer geworden wäre. Daraufhin zog der Landkreis die Reißleine und beschloss das Aus für die Fähre. Aus Sicht des BdSt viel zu spät: Die Verantwortlichen hätten schon vor den Investitionen sorgfältiger prüfen und abwägen müssen, ob der Weiterbetrieb wirklich sinnvoll ist.

Nun ist der kommunale Betrieb der Mainfähre hoffentlich endgültig ein Fall für die Geschichtsbücher: Im November 2020 beschloss der Kreistag, dass das Fährschiff auf einem Auktionsportal versteigert werden soll. Laut Presseberichten lag das Mindestgebot bei 1 Euro.

Einen Monat später hatte die „MS Dörnigheim“ einen neuen Besitzer: Der Eigentümer des Maintaler Sportboothafens hat das Fährschiff für 6.850 Euro ersteigert. Inzwischen ist es nach Maintal zurückgekehrt. Wie das Schiff weiterverwendet wird, steht noch nicht fest. Laut Medienberichten kann sich der neue Besitzer aber ein Café darauf vorstellen. Für die Fähre ist das ein gutes Ende, für die Steuerzahler wohl kaum.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert:

Viel zu spät hat der Landkreis eingesehen, dass der Betrieb der Fähre mit erheblichen öffentlichen Mitteln nicht zu rechtfertigen ist. Auf die aufwendige Suche nach einem geeigneten Pächter hätte man verzichten und die Fähre deutlich früher an einen Interessenten verkaufen können. So hätte man viel Zeit, Mühe und vor allem Steuergeld gespart.

Video zum Original-Fall aus 2020:

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