Bund der Steuerzahler Hessen e.V. - Nutzlose PR-Aktion in Hofheim

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03.11.2009

Nutzlose PR-Aktion in Hofheim

Bund der Steuerzahler Hessen bekräftigt Kritik an der Hofheimer Wetterstation / Fragwürdige Argumente rechtfertigen Ausgabe von über 28.000 Euro Steuergelder nicht

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen bleibt dabei: Die über 28.000 Euro, die die Stadt Hofheim und der Main-Taunus-Kreis für den Kauf und Betrieb der Wetterstation ausgeben, sind eine Verschwendung von Steuergeldern. Der Fall sei zu Recht ins diesjährige Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler aufgenommen worden. Die Argumente zur Rechtfertigung der Geldausgabe seien in keiner Weise stichhaltig und würden auch durch ständiges Wiederholen nicht glaubwürdiger.

So werde beispielsweise behauptet, dass eine Station vor Ort für Unwettervorhersagen und die Feuerwehr wichtig wäre. Nach Expertenaussagen sei dies Unsinn. Wettermesseinrichtungen, wie sie jetzt in Hofheim-Langenhain installiert worden seien, spielten für die Direktprognose keine Rolle, da das Wetter nicht vor Ort am Boden, sondern entfernt in großen Höhen entstehe. Als geradezu abwegig wertet der Steuerzahlerbund die Aussage von Bürgermeisterin Gisela Stang und Landrat Berthold Gall, dass es "für die gesamte Region keine real existierenden Messdaten" gebe. Abgesehen von der Tatsache, dass die entscheidenden Daten zur Wettervorhersage nicht von kleinen Bodenstationen, sondern von lizenzierten Stationen mit hohen internationalen Standards, Wetterradaren und Satelliten erhoben werden, werde ausgeblendet, dass im nur wenige Kilometer entfernten Auringen bereits eine Wetterstation existiere. Die von dort gelieferten Wetterdaten seien für den weit überwiegenden Teil der Hofheimer Bürger sogar realistischer, da der Höhenunterschied zur Kernstadt viel geringer sei als zum hochgelegenen Hofheimer Stadtteil Langenhain.

Auch das Argument, dass durch lokale Messdaten ein Imagegewinn für die Stadt erreicht werden könne, erschließt sich dem Bund der Steuerzahler genauso wenig wie der Hinweis in der Stellungnahme von Stadt und Landkreis, die lokalen Messdaten würden "z.B. auch für die Teilnahme an einem Prädikatisierungsverfahren zur Anerkennung als heilklimatischer Luftkurort" benötigt. Hier habe man sich offensichtlich von den blumigen Werbeargumenten des Verkäufers der Wetterstation blenden lassen. "Völlig unverständlich ist auch, dass sich der Landkreis mit 10.000 Euro an der Finanzierung beteiligt", so Ulrich Fried, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Hessen. Wenn angeführt werde, dass mit der Wetterstation in Hofheim-Langenhain die Bürger der Region nunmehr die für sie wichtigen Messwerte erhielten, so müsse man sich schon fragen, ob beispielsweise die Bürger von Hattersheim oder Hochheim die Daten von der Wetterstation am Flughafen oder aus Mainz nicht besser nutzen können. Auch von dem behaupteten Imagegewinn hätten die anderen Kommunen des Kreises nichts, trotzdem müssten sie mitbezahlen.

Besonders ärgerlich für die Steuerzahler sei, dass die Wetterstation in Hofheim ausschließlich mit Steuergeldern finanziert werde. Nach Angaben des Unternehmens Meteomedia, das bei rund 200 bis 300 seiner Mess-Stationen mit Kommunen in ganz Deutschland kooperiere, sei eine Mischfinanzierung durchaus üblich. In der Regel würden sich die Kommunen die Kosten mit Vereinen, Unternehmen und Sponsoren teilen. Bei vielen Kommunen sei bei 10.000 Euro Schluss. "Dass Hofheim bis auf den Kreiszuschuss von 10.000 Euro sämtliche Kosten übernimmt und jedes Jahr auch noch die Instandhaltungs- und Betriebskosten zahlen muss, zeugt von wenig Verhandlungsgeschick. Hier ist das Geld der Steuerzahler mit leichter Hand ausgegeben worden", so Fried abschließend.

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