Unsere Mitglieder

Der BdSt Hessen hat Mitglieder aus allen Teilen von Gesellschaft und Wirtschaft. Einige davon werden an dieser Stelle mit einem Porträt vorgestellt.

Erfolgreicher Anwalt, TV-Star mit Millionenquote – und Mitglied im Bund der Steuerzahler Hessen. Christopher Posch lobt: „Ihr schaut den Politikern auf die Finger und haltet ihnen den Spiegel vor!“ Wir haben unser Mitglied in Kassel besucht. Eine Begegnung mit Überraschungseffekt.

Wer zum Anwalt mit den freundlichen Augen will, muss hinter Gitter. Der Taxifahrer kennt den Weg, Hafenstraße 2, von Kassels Hauptbahnhof lenkt er den Wagen zum alten Knast. Der Gast steigt aus, passiert ein gusseisernes Tor, der Blick streift ein Schild auf dem stolz aufragenden Klinkerbau. POSCH Rechtsanwälte. Knast, das war einmal, das weiß man in Kassel, doch trägt die Geschichte dieser Immobilie aus dem 19. Jahrhundert immer noch märchenhafte Züge, die Wirklichkeit wurden. Zwischen den Wänden der ehemaligen Justizvollzugsanstalt, dort, wo Freigänger im offenen Vollzug lebten, sorgen zwölf Mitarbeiter einer Kanzlei für Recht und Ordnung. Der Namensgeber sieht ein bisschen wie Siegfried aus, der Held aus dem Nibelungenlied. Warten auf Christopher Posch (43) im Dachgeschoss. Die weiße Wand ziert ein Bild mit vier Justitias, grellbunte Damen im Quadrat, die Andy Warhol wohl so hätte siebdrucken können. Vom gebeizten Gebälk baumeln Boxerhandschuhe. Der Gastgeber kündigt sich an. Noch außer Sichtweite grüßt er, die Treppe nach oben nimmt er mit federnden Schritten. Ein fester Händedruck, ein Siegerlächeln. Noch mehr, so scheint es, wenn Kameras ausgeschaltet sind.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Marburg und Köln tritt Posch nicht nur vor Gericht auf, sondern auch in Deutschlands Städten und Straßen. Schwarzer Talar gegen Jeans und Jackett. Christopher Posch ist nicht nur Anwalt, er ist TV-Anwalt. Die Fernseh-Dokus „Christopher Posch – ich kämpfe für Ihr Recht!“ und „Poschs Criminalz“ sind auf den Mann zugeschnitten, der Unrecht aufdeckt. Lebensechte Fälle. Zudem engagierte RTL den Juristen Ende 2013, um Steuergeldverschwendung ans Tageslicht zu bringen. Ankündigungen für die RTL-Show „Mario Barth deckt auf!“ beschreiben Posch gern als „Spürhund“. Er spürt Verantwortliche von Steuergeldverschwendung auf, die er als Jurist zur Rede stellt. Als die ersten Kurzfilme für „Mario Barth deckt auf!“ im Kasten waren, kam Posch nach Berlin, um die Sendungen aufzuzeichnen, er bezog seine Garderobe im Studio Adlershof, Wand an Wand mit einem anderen Gast, für den der Kampf gegen Steuergeldverschwendung zum Beruf geworden ist. „Als ich Reiner Holznagel kennen lernte, kam ich intensiv mit dem Thema in Berührung“, erzählt Posch. „Das hat immer mit der Person zu tun. Nehme ich ihr das ab oder nicht?“

Die selbst gestellte Frage hat er mit Ja beantwortet. Inzwischen ist Christopher Posch, der seit der Geburt in Kassel lebt, Mitglied im Bund der Steuerzahler Hessen. „Ihr schaut den Politikern auf die Finger und haltet ihnen den Spiegel vor!“ Von Kassel-Calden bis Griechenland: Der Anwalt findet  ausreichend Anlass zum Ärger – und zur Hoffnung. „Der Bund der Steuerzahler appelliert an die Vernunft!“

In der Kasseler Hafenstraße öffnet Posch das schräge Dachfenster. Die Mittagsglocke einer Kirche bimmelt. Hinter dem alten Knast hat die Diakonie ihren Sitz. Der Blick nach vorn, zum Horizont, bleibt an einem Gebäudetrakt in U-Form hängen. Die damalige Untersuchungshaft. Im ersten Stock, sagt Posch, war das  Besuchszimmer für Anwälte untergebracht. Als das Gefängnis 2009 geschlossen wurde, mietete Anwalt Posch mit einem Geschäftspartner die alte U-Haft, machte daraus ein documenta-Hotel für die Kunstschau 2012. Die Besucher übernachteten in Zellen, Duschen waren auf dem Flur. Mittlerweile hat Posch den Komplex gekauft und zu 49 Wohnungen umgebaut – in einem Teil betreibt er ein Boardinghouse, Wohnen auf Zeit.

Wenn es offiziell wird, geht Posch ins Büro und setzt sich an den Schreibtisch. Der blaue Füllfederhalter liegt bereit. Auch den Antrag auf Mitgliedschaft beim BdSt Hessen unterschrieb er damit. Das war 2015. Hinter ihm, auf dem Fensterbrett, hat er einen Fotorahmen platziert. Seinen Lebensrahmen im alten Knast. Ehefrau und Tochter lächeln in die Kamera. Gleich wird Christopher Posch durchs gusseiserne Tor nach Hause fahren.

Die Stunden, in denen er vor der Mauer des Frauengefängnisses in Istanbul saß, sind wieder ganz nah. Es ist der Beginn unseres Gesprächs. Er war Mitte November in die türkische Metropole gereist, nicht nur, um sich die Buchmesse anzusehen, sondern um den Blick der Öffentlichkeit auf das Schicksal der türkischen Autorin Aslı Erdoğan zu lenken. Mit dieser Protestkundgebung hatte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, mit anderen deutschen Verlegern und Autoren ihre Solidarität mit einer der prominentesten Schriftstellerinnen der Türkei zum Ausdruck gebracht. Im Zusammenhang mit der Schließung der prokurdischen Tageszeitung „Özgür Gündem“, für die Aslı Erdoğan als Kolumnistin schrieb, war auch sie verhaftet worden.

Alexander Skipis hatte ihre Freilassung gefordert, ein freies Leben und Arbeiten für Aslı Erdoğan und allen anderen Autoren und Journalisten, die derzeit in der Türkei wegen ihrer Veröffentlichungen inhaftiert sind. „Jeder von uns hat eine Rede gehalten. Das waren bewegende Momente.“ Augenblicke, die wie ein Kaleidoskop das große Thema bündeln: Meinungsfreiheit.

Dafür steht Alexander Skipis, dafür steht der Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V., der 1825 gegründet wurde und rund 5.000 Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate sowie Zwischenhändler und Verlagsvertreter vertritt. Damit ist er der weltweit einzige Verband, der alle drei Handelsstufen unter einem Dach vereinigt. Als Berufsverband berät er seine Mitglieder, die in sechs Landesverbänden organisiert sind, in verlegerischen und buchhändlerischen Fragen. Neben der Förderung des Mittelstands und dem Engagement für ein faires Urheberrecht ist sie zentral: die Meinungsfreiheit. „Sie ist die Grundlage für das Schaffen der Buchbranche“, betont Skipis, der 1954 in Frankfurt zur Welt kam, als Sohn einer Büroangestellten aus der ehemaligen Tschechoslowakei und eines Griechen, der nach Deutschland kam, hier studierte und Zahnarzt wurde.

Nach dem Abitur 1973 am humanistischen Lessing-Gymnasium studierte Alexander Skipis Jura in Frankfurt, München und Mailand und machte beide Examina. Bevor Skipis vor elf Jahren zum Börsenverein des deutschen Buchhandels kam, arbeitete er zum Beispiel im Büro der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth, in der Staatskanzlei bei Roland Koch – und auch beim Hessischen Rechnungshof. „Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, ein scharfes Auge auf den Umgang des Staats mit Steuergeld zu werfen.“ Auch deshalb ist der Verein Mitglied beim BdSt Hessen. „Ich bin von der Sinnhaftigkeit des Bundes der Steuerzahler überzeugt!“

Der Kalender des Hauptgeschäftsführers ist prall gefüllt: mit der Frankfurter Buchmesse, der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. „Damit wollen wir einen Beitrag zum Gelingen der Gesellschaft leisten“.

Alles begann mit einem Commodore 64. Seinem ersten Computer, den er sich mit 13 Jahren gewünscht hat. Da stand er vor ihm, der „Brotkasten“, der 8-Bit-Heimcomputer mit 64 KB Arbeitsspeicher, vor dem Jungen aus Celle, dessen Familie fünf Mal umgezogen war, bis sie 1979 in Wiesbaden landete.

Der Lebensweg von Jens Hergeth war zielgerichtet. „Ich war schon immer ein Bastler“, sagt der 48-Jährige heute und denkt daran zurück, als er ein Fünftklässler war und ein Praktikum bei einem Radio- und Fernsehreparateur machte. Längst ist Hergeth ein selbstständiger Unternehmer und bietet mit „Hergeth EDV-Beratung“ seit 1996 die Entwicklung anwenderspezifischer Software, Netzwerkadministration oder das Design von Websites und Content-Management-Systemen an.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Controlling sowie Information und Kommunikation im Jahr 1995 musste sich Jens Hergeth nur kurz fragen: „Was will ich machen, was macht mir Spaß?“ Ganz einfach: „Das, was ich bisher gemacht habe!“ Dazu gehörte zum Beispiel eine Ausbildung als Datenverarbeitungskaufmann und Arbeiten in den Bereichen PC Montage und Reparatur. Aus dieser Expertise entstand das Dienstleistungs-Portfolio des Ein-Mann-Unternehmens für Kunden im Rhein-Main-Gebiet, die keine eigene IT-Abteilung unterhalten. Auch heute noch geht es um das Knacken harter Nüsse. Deshalb hat Hergeth das Foto einer Walnuss für seine Internetseite gewählt.

Für Antworten auf seinen eigenen Fragen als Unternehmer hat sich Hergeth für die Mitgliedschaft beim BdSt entschieden. Er ist nicht nur im Landesverband Rheinland-Pfalz dabei, sondern auch im Landesverband Hessen. „Der Verband ist ein verlässlicher und kompetenter Ansprechpartner.“ Mit Blick auf das Schwarzbuch sagt er: „Wir Bürger zahlen sehr viel Steuern. Wenn die Politik mit diesem Steuergeld zum Teil verschwenderisch umgeht, schmerzt das! Oft genug fehlt hier die Sorgfalt. Gut, dass der Bund der Steuerzahler solche Fälle aufdeckt!“

Jens Hergeth hat einen Job rund um die Uhr. „Bis auf eine Woche Urlaub im Jahr.“ Seit kurzem knackt der EDV-Experte dann eine eigene Nuss – mit dem Fahrrad auf dem Jakobsweg. Jedes Jahr kommt eine weitere Etappe hinzu. In diesem Sommer startete er in Wiesbaden, um in Lyon anzukommen. Rund 1.200 Kilometer, das Zelt für die Nacht auf dem Gepäckträger.

Liegt ihm am Ende unseres Gesprächs noch etwas auf dem Herzen? Apropos Start: Drei Viertel aller Computer-Probleme erledigten sich mit einem Neustart, sagt Hergeth. „Einfach einen Kaffee trinken, zurück zum PC gehen, und oft sieht die Welt wieder anders aus.“

Hans-Josef Becker ist Besitzer eines Weinguts in Walluf im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis, das seit über 50 Jahren Mitglied im BdSt Hessen ist. Hajo Becker, wie ihn alle nennen, erinnert sich daran, dass er mit vier Jahren in einer Sektkellerei saß, die Erwachsenen hatten den Raum für eine Besprechung verlassen, nur er und seine Neugier waren da, als er zum ersten Mal nippte. Aus diesem Augenblick wurde eine Profession. Nach der Mittleren Reife machte Hajo eine Lehre beim Grafen zu Eltz, einem Dozenten für Weinrecht und Weinwirtschaft, und verkündete seinem Vater den Entschluss, trockene Rieslingweine anzubauen. Im Rheingau? Wie soll das möglich sein, lächelte Vater Josef. Im Rheingau sei kein Riesling unter 24 Gramm Restzucker möglich. Zunächst schaffte Sohn Hajo sein Weinbau-Studium in Geisenheim – und schon in den 1970ern kam er in den guten Ruf, trockene Rieslinge anzubieten. Zwei, drei, vier Gramm Restzucker.

Hajo Becker erinnert sich auch daran, dass Vater Josef ihn zum Drachensegeln auf den Rhein schickte. Da war er zehn. Viel später brachte ihn die frühe Erfahrung dazu, auf dem Starnberger See zu segeln. Hajo Becker lernte Prinz Luitpold von Bayern und dessen Biergarten kennen und kam auf die Idee, seinen eigenen Garten, auf dem Pferde grasten, in einen Weingarten zu verwandeln. Hat Hans-Josef Becker, der obendrein für die Bürgervereinigung Walluf in der Lokalpolitik mitredet, überhaupt Gelegenheit, diesen Garten zu genießen? „Zu 95 Prozent jeden Tag!“ Noch häufiger schwimmt er im Rhein. „Jeden Tag nach der Arbeit.“

Die Arbeit der Beckers, die sich dem Wein verschrieben, begann im 19. Jahrhundert. Die Vorfahren arbeiteten als Küfer, sie bauten Fässer für umliegende Weinbaubetriebe. Großvater Jean Baptist gründete 1893 die Firma J.P. Becker Weinbau-Weinhandel. Vater Josef beschreibt der Sohn als „bekannten Weinkommissionär“. 1932 kaufte Josef Becker Wallufs größtes Weingut, das sein Sohn, der 1971 die Geschäfte übernahm, zu einem 13-Hektar-Gebiet erweiterte. Mit fünf Mitarbeitern bietet das Familienunternehmen Rieslinge, Spätburger und Müller-Thurgau an, die sie auch in die USA oder nach Russland exportieren.

Hajo Becker erinnert sich daran, dass der Familienbetrieb schon 1964 Mitglied beim Bund der Steuerzahler Hessen wurde. Vor allem engagiert er sich gegen die Verschwendung von Steuergeld. Hier lieferte Becker schon entscheidende Hinweise für das Schwarzbuch. Und wieder lächelt er verschmitzt.

Nach diesem Interview muss die Vorsitzende des Dekanatsrats erst einmal in den Boxclub. In den Offenbacher Club hatte sie den Dekan irgendwann zu einem Turnier mitgenommen. Sigrid Isser hatte ihm versichert: „Das ist mehr als Boxen.“ Der Boxclub Nordend Offenbach e.V. ist bekannt für seine Sozialarbeit. „Der Verein hilft jungen Menschen bei einem geregelten Tagesablauf und bringt ihnen Fairness bei.“ Sigrid Isser hat den Dekan überzeugt. Jetzt hat er dort zu seinem Neujahrsempfang eingeladen. Und Sigrid Isser ist mittendrin.

Als gelernte Arzthelferin hat sie in einer neurologischen Facharztpraxis gearbeitet, seit mehr als 20 Jahren ist sie im Malerbetrieb von Sohn Thomas als Projektmanagerin für Graffiti und Promotion tätig. Darüber hinaus ist der Kalender 2015 vor allem mit ehrenamtlichen Sitzungsterminen prallgefüllt: Mitglied im hr-Rundfunkrat, Mitglied im Landesvorstand der Frauen-Union Hessen, Mitglied im Bundesvorstand der Frauen-Union, Vorsitzende des LandesFrauenRates, Vize-Vorsitzende des Kirchenvermögensverwaltungsrates, Dekanatsratsvorsitzende in Offenbach. Was macht Sigrid Isser eigentlich aus? „Die Neugierde“, sagt sie lächelnd und spricht von ihrer Heimatstadt Offenbach. „Alles hängt am Nabel der Kommunalpolitik.“ Und: „Zur Kommunalpolitik gehören auch die Steuern – und der Umgang mit unserem Steuergeld.“

Schon als Stadtratsverordnete hatte sie das Thema Steuergeldverschwendung umgetrieben. Da fiel ihr das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler in die Hände. „Einen solchen Verein muss man unterstützen“, dachte sie sich damals. Seit November 2008 gehört sie dem BdSt-Landesverband Hessen an. Dort ist sie als Mitglied des Schiedsgerichts tätig. „Die Service-Themen in DER STEUERZAHLER kommen mir auch bei meiner Arbeit in den Gremien zu Gute.“ Was brennt den Leuten am meisten auf den Nägeln? „Der Umgang mit Steuergeld, vor allem mit der Kirchensteuer. Und das nicht erst seit Bischof Tebartz-van Elst“, betont sie. „Auch die Sanierung  maroder Straßen liegt den Menschen am Herzen“, weiß Sigrid Isser. „Hier ist der Bund der Steuerzahler als eine Art Kontrollorgan wichtig.“

Als Sprachrohr zur Politik sieht Sigrid Isser den LandesFrauenRat. In diesem Dachverband sind 47 hessische Frauenverbände mit insgesamt mehr als einer Million Mitgliedern angeschlossen. Kirchliche und politische Verbände, die gemeinsame Themen wie Gleichstellungsfragen oder Haftpflichtversicherungen für Hebammen besprechen. Der LandesFrauenRat – auch ein Sprachrohr zur Politik in Berlin? Durchaus. Hin und wieder trifft Sigrid Isser auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im Bundesvorstand der Frauen-Union zu Gast war. Mag Sigrid Isser ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern? Wie ist die Kanzlerin in kleiner Runde? „Sie hat einen Schalk im Nacken“, sagt Sigrid Isser, lacht und macht sich auf in den Boxclub.

Wer wissen möchte, welchen Charme das rund 38.000 Einwohner große Städtchen namens Langen im südhessischen Landkreis Offenbach hat, sollte Heinz-Georg Sehring kennenlernen. Er ist einer dieser 38.000 Menschen, in Langen geboren, 66 Jahre alt und ein Energiebündel. Sehring verkörpert das, was er sagt: „Einfach mitmachen, offen sein, sich nicht verschließen.“ Das, was er einem neuen Bürger raten würde, gehört bei ihm zum Alltag. Die Bandbreite: Heinz-Georg Sehring als Vorsitzender der NEV (Nichtparteigebundene Einwohner-Vertreter), die seit ihrer Gründung im Jahr 1952 ohne Unterbrechung als Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung sitzt – und Heinz-Georg Sehring als Brunnenwirt des Langener Ebbelwoi-Festes.

Schon im NEV-Gründungsjahr war Sehrings Großvater mit dabei. Der Enkel folgte nach: Als Heinz-Georg in die Lehre ging, bekam er mit, dass in Langen zwei „markante, alte“ Häuser abgerissen werden sollten, um Platz für neue Hochhäuser zu machen. „Da wusste ich: Hier muss ich dabei sein. Ich will etwas für Langen tun!“ Inzwischen ist Sehring im 39. Jahr Vorsitzender der NEV. Übrigens: Erstmals hatte die NEV für die Landtagswahl 2018 mit Sehring einen Landtagskandidaten gestellt. Sehring betont: „Die NEV vertritt ökologische Gedanken.“ Diese Gedanken liegen ihm am Herzen. Heinz-Georg Sehring ist Gärtner.

Nachdem er den Gärtnerberuf gelernt hatte, war Sehring zunächst zwei Jahre als Polizeivollzugsbeamter im Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei. Doch zurück zu den Wurzeln als Gärtner: Ab 1973 war Sehring für die Stadt Langen tätig. Sehring, inzwischen Gärtnermeister, wurde Leiter der Stadtgärtnerei und Ausbilder, schließlich Sachgebietsleiter des Langener Friedhofs. Von rund 40 Jahren bei der Stadt saß Sehring 29 Jahre im Personalrat, dem er 16 Jahre lang vorstand. Sehring ist im 41. Jahr Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Langen und seit diesem Jahr Kreisvorsitzender der Gartenbauvereine, er sitzt im Vorstand des heimischen Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), er schlägt das Becken im Blasorchester, gehört zum Turnverein Langen und schwingt das Tanzbein – einmal die Woche mit seiner Frau beim Langener Tanzsportverein TC Blau-Gold. Zu viel versprochen? Sehring ist Langen, wie es singt und lacht! Das erinnert an Fastnacht – und tatsächlich steigt er als Brunnenwirt, zu dem ihn der VVV kürt, in die Bütt. Feierabend als Rentner? Mitnichten!

Die offizielle und zugleich verschmitzte Formulierung des Vaters von drei Kindern zwischen 25 und 32 Jahren lautet: „Derzeit bin ich mithelfender Familienangehöriger im Blumengeschäft meiner Ehefrau, der Langener Blumen-Stubb.“

Zum reichen Vereinsleben im Leben des Heinz-Georg Sehring, der vor 15 Jahren das Bundesverdienstkreuz erhielt, gehört auch der Bund der Steuerzahler. Seit 1985 ist Sehring als Mitglied beim BdSt Hessen dabei. Besonders am Herzen liegen Sehring die Themen Steuergerechtigkeit, eine Wahlrechtsreform für den Landtag in Wiesbaden, die Entlastung des Mittelstands, konkret: die komplette Abschaffung der kalten Progression. „Der Bund der Steuerzahler ist eine maßgebende Speerspitze!“

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