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Kollateralschäden machten Pannensanierung noch teurer

Die 2023 im Schwarzbuch kritisierte Pannensanierung eines Teilstücks der B453 in Mittelhessen wurde u. a. deshalb teurer, weil sich Asphaltschichten nicht richtig miteinander verbunden haben. Wer daran schuld war, blieb damals offen – genauso wie die Frage, wie hoch die Sanierungskosten der während der Sperrung durch Schleichverkehr ramponierten Ausweichstrecken sein würden. In beiden Fällen hat der Bund der Steuerzahler nachgehakt.

Gladenbach. Im Herbst 2023 griff der Bund der Steuerzahler im Schwarzbuch die von Hessen Mobil verantwortete Pannensanierung einer 2,2 Kilometer langen Teilstrecke der B453 zwischen Gladenbach und Runzhausen in Mittelhessen auf. Die Bauarbeiten dauerten nicht nur doppelt so lange wie geplant, sondern wurden auch um rund 930.000 Euro teurer. Die Gründe dafür waren fragwürdige Denkmalschutzbemühungen an einer unscheinbaren Brücke, die um jeden Preis erhalten werden musste, Mehrkosten für die längere Baustelleneinrichtung sowie fehlerhafte Asphaltarbeiten. Allein für Letzteres waren Mehrkosten von ca. 650.000 Euro entstanden.

Die Schuldfrage blieb dabei offen: Hessen Mobil sieht die ausführende Baufirma als Verursacher. Deswegen streitet sich die Behörde mit diesem Unternehmen auch noch rund zwei Jahre nach Öffnung der Strecke wegen der Übernahme der Folgekosten. Bei Redaktionsschluss lief immer noch ein Beweissicherungsverfahren am Landgericht Wiesbaden – Ausgang offen.

Klarheit herrscht hingegen hinsichtlich der Kollateralschäden an den Ausweichstrecken. Zwar wurde während der Bauphase und der damit einhergehenden Vollsperrung der B453 eine offizielle Umleitungsstrecke ausgewiesen, doch einige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wählten lieber Schleichwege. Weil manche dieser Ausweichstrecken jedoch nicht für diese starke Nutzung ausgelegt waren, entstanden teilweise Fahrbahn- und Straßenbankettschäden, die Hessen Mobil aufarbeiten wollte.

Auf erneute Nachfrage des Bundes der Steuerzahler bestätigte Hessen Mobil nun, dass sich auf einer Ausweichstrecke im Rand- und Bankettbereich teilweise Schäden ausgebildet haben, die instandgesetzt werden mussten. Die betroffene Landesstraße wurde im Spätherbst 2024 für vier Wochen gesperrt, um Schadstellen in der Fahrbahn zu beseitigen, die Bankette auf beiden Straßenseiten zu erneuern sowie in den Innenkurven neue Bankettplatten zu verlegen. Dafür fielen Sanierungskosten in Höhe von ca. 285.000 Euro an – zulasten des Landes Hessen, dem Straßenbaulastträger der Landesstraße. Das einst rund 2,8 Mio. Euro teure Gesamtprojekt verteuerte sich im Nachgang also um weitere zehn Prozent.

Der Bund der Steuerzahler meint:

Die aus dem Ruder gelaufene Endlos-Sanierung der B453 führte dazu, dass auch eine ursprünglich intakte Landesstraße repariert werden musste. Die Kollateralschäden an der Ausweichstrecke wären durch bessere Planung und schnellere Durchführung des ursprünglichen Bauprojekts vermeidbar gewesen.

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