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„A Sky Full of Money“

Die Stadt Frankfurt am Main gönnt sich für 2,3 Mio. Euro ein Kunstwerk über der Konstablerwache.

Frankfurt am Main. Im Jahr 2026 trägt die Stadt Frankfurt gemeinsam mit der Rhein-Main-Region den Titel „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“ (WDC), vergeben von der World Design Organization. Allein die Mainmetropole stellt deshalb 6 Mio. Euro für die Durchführung von verschiedenen WDC-Projekten und Veranstaltungen zur Verfügung.

Zusätzlich gönnt sich die Mainmetropole für weitere 2,3 Mio. Euro das Kunstwerk „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78“ – eine Netzskulptur, die seit August 2026 über der Konstablerwache, einem zentralen, aber bislang wenig repräsentativen Platz, hängt. Das Geld dafür kommt allerdings nicht aus dem WDC-Etat. Ein Großteil sind Mittel, die dem Stadtmarketing bereits 2022 im Rahmen der „Initiative Innenstadt“ für die Illuminierung des Stadtzentrums bereitgestellt, aber damals nicht verwendet wurden. Deshalb wurden sie im Nachtragshaushalt 2025 gemeinsam mit Restgeldern aus anderen Dezernaten dem Kulturdezernat zugeordnet, das damit dann das Kunstwerk finanziert hat. Wie hoch die Leihgebühr an die US-amerikanische Künstlerin ist, wollte die Stadt auf Anfrage des BdSt nicht mitteilen. Der andere Teil der Kosten fällt auf die technische Installation des Kunstwerks, das an vier rund 12 m hohen, eigens dafür errichteten Pylonen hängt. Daran sind jeweils sechs sogenannte Moving Lights sowie je sechs statische Flächenleuchten befestigt, um die Netzskulptur im Dunkeln in farbig zu beleuchten. Sie ist 25,9 m lang, 12,7 m breit und 4,5 m hoch. Welche Instandhaltungskosten das Projekt verursacht, ist noch nicht bekannt.

Für drei Jahre soll „A Sky Full of Hope“ für eine Aufwertung der Konstablerwache sorgen und den eher trostlosten Platz zu einem identitätsstiftenden Ort in der Innenstadt machen. In den Wintermonaten wird das Kunstwerk allerdings abgehängt, um Passantinnen und Passanten vor möglicherweise abstürzendem Eis und Schnee sowie das Netz vor den Witterungsbedingungen zu schützen.

Abgesehen von den hohen Kosten stößt „A Sky Full of Hope“ auch deshalb auf Kritik, weil die Auswahl der Künstlerin und des Kunstwerks ohne eine vorherige Ausschreibung getroffen wurde. Die Stadt argumentiert allerdings, dass alles rechtens abgelaufen sei und man nun von der internationalen Erfahrung der Künstlerin bei der Bespielung des öffentlichen Raums profitieren könne.

Negativschlagzeilen machte die Netzskulptur auch damit, dass sich nur rund eine Woche nach der Eröffnung der erste Vogel darin verfangen hat. Laut Künstlerin eigentlich eine Unmöglichkeit, sie habe jahrelang wissenschaftliche Expertise dazu eingeholt. Außerdem seien die Seile sehr dick und nicht engmaschig, was für Vögel eigentlich wie ein Dickicht wirke. Die Feuerwehr musste die Rabenkrähe retten – ein weiterer Kostenpunkt. Daraufhin wollte die Stadt die Vogelsicherheit ausführlich prüfen lassen.

Nach Ende der Leihe 2029 hat die Mainmetropole dann ein Vorkaufsrecht. „Auf Grundlage der dann gesammelten Erfahrungen soll über eine Rückgabe oder einen Ankauf des Kunstwerks qualifiziert entschieden werden“, so die Stadt Frankfurt.

Der Bund der Steuerzahler meint:

Kunst ist Geschmackssache. Fraglich ist aber, ob eine hängende illuminierte Netzskulptur dazu in der Lage ist, einen Platz wie die Konstablerwache dauerhaft aufzuwerten. Auch wenn dafür laut Stadt nicht an anderer Stelle gespart wurde, sind 2,3 Mio. Euro für eine temporäre Lichtinstallation ein stolzer Preis.

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