Auf schwarzbuch.de berichtet der BdSt über den Fall des erst kürzlich vorgestellten Kunstwerks auf der Frankfurter Konstablerwache. Für die Netzskulptur „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78“ gibt die Mainmetropole 2,3 Mio. Euro aus. Damit will sie die Konstablerwache drei Jahre lang aufwerten und den eher trostlosen Platz zu einem identitätsstiftenden Ort in der Innenstadt machen. Der Steuerzahlerbund ist skeptisch, ob das mit einer hängenden illuminierten Netzskulptur gelingt. Auch wenn dafür laut Stadt nicht an anderer Stelle gespart wurde, sind 2,3 Mio. Euro für eine temporäre Lichtinstallation ein stolzer Preis.
Frankfurt ist noch mit einem zweiten Fall auf schwarzbuch.de vertreten: In zwei Schulen wurde nach Jahrzehnten problemloser Nutzung festgestellt, dass die Treppengeländer einige Zentimeter zu niedrig sind. Um das Sicherheitsrisiko für die Kinder zu eliminieren, kamen vorübergehend Wachdienste zum Einsatz, die insgesamt 48.000 Euro kosteten. Inzwischen wurden schützende Provisorien installiert, die weitere Kosten verursachten. Aus Sicht des BdSt macht Deutschland seinem Ruf als Normungsweltmeister mit dieser Posse wieder alle Ehre. Ein Treppengeländer nach so langer Zeit wegen wenigen Zentimetern so aufwendig schützen zu müssen, ist grotesk.
Ebenfalls online kritisiert der BdSt die mangelhafte Abstimmung zwischen Behörden beim Bau einer gepflasterten Stellfläche für drei Altglas-Container im dörflichen Marburger Stadtteil Ginseldorf. Die Kosten hierfür lagen bei rund 3.150 Euro, die sich die Stadt und der Landkreis Marburg-Biedenkopf hälftig teilen. Doch bei der Planung wurde vergessen, die Wasserbehörde des Landkreises miteinzubeziehen. Diese untersagte das Abstellen der Container auf der neuen Fläche kurz nach der Errichtung – aus Gründen des Gewässerschutzes. Nun wird versucht, die gepflasterte Fläche umzuwidmen, um wenigstens die Rückbaukosten zu vermeiden.
Im Kapitel „Nachlese“ berichtet der BdSt, wie es im Fall des überteuerten Kaufs einer maroden Immobilie in Homberg (Efze) weiterging, die im Schwarzbuch 2024/25 stand. Mit dem 125.000 Euro teuren Erwerb wollte die Stadt eigentlich eine Engstelle im Ortsteil Wernswig beseitigen und einen sichtbaren Ortsmittelpunkt schaffen. Doch die Entwicklung seitdem ist ernüchternd, denn es hat sich nichts getan. So überhastet Homberg (Efze) beim Kauf der Schrottimmobilie vorging, so behäbig verhält sich die Stadt seitdem, was das Schicksal des Hauses angeht. Der BdSt fordert daher im Schwarzbuch: Ob Abriss, Umbau oder Verkauf – wenn man eine solche Bruchbude schon um sprichwörtlich jeden Preis kaufen musste, sollte spätestens jetzt ein Plan für die Zukunft her.
Vor einem Jahr hatte der BdSt im Schwarzbuch kritisiert, dass die landeseigene Kunst- und Kultureinrichtung Hessen Kassel Heritage 4.500 Euro für einen angeblichen Mantel des Dackels von Kaiser Wilhelm II. ausgegeben hat. Für dessen Echtheit gab es kaum Belege. Nachdem der Mantel durch das Schwarzbuch bundesweit bekannt wurde, wurde er im Frühjahr 2026 vom Kasseler Stadt- ins Landesmuseum verlegt. Bei der Ausstellung „Erdmann oder Fakeman“ konnten die Besucherinnen und Besucher darüber abstimmen, ob sie den Mantel für echt halten. Die Entwicklung dieses Falls zeigt: Das Schwarzbuch wirkt! Die Verantwortlichen haben die Flucht nach vorn gewagt und den Dackelmantel sogar noch prominent ausgestellt, anstatt ihn im Depot verstauben zu lassen.