Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen ist die Belastung aus der Grundsteuer B im Kreis Hersfeld-Rotenburg vielerorts deutlich gestiegen. So erhöhten gleich fünf der 20 Kreiskommunen ihre Hebesätze. Auch die Gewerbesteuer steigerten drei Städte und Gemeinden.
Hintergrund dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. Immerhin haben 2026 alle Kreiskommunen einen Haushalt verabschiedet, allerdings haben 16 der 20 Kreiskommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt – drei mehr als im Vorjahr. Und fünf Städte und Gemeinden können das geplante Defizit im Jahresabschluss nicht durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen. Im Vorjahr waren es nur zwei. „Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabeseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben fünf Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die deutlichsten Steigerungen gab es in Wildeck (+175 Prozentpunkte) und Nentershausen (+120). Wildeck liegt damit auch an der Spitze im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit nun 600 Prozent. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin die Gemeinde Hohenroda mit 250 Prozent, gefolgt von Neuenstein mit 275 Punkten. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 372 Prozent liegt der Kreis Hersfeld-Rotenburg 24 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres, aber noch deutlich unter dem Mittelwert aller hessischen Städte und Gemeinden (549 Prozent).
zurück


