Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen steigt die Belastung aus der Grundsteuer B im Wetteraukreis weiter an. So erhöhten neun der 25 Kreiskommunen ihre Hebesätze, die Steigerungen waren teils erheblich. Zusätzlich hoben sieben Städte und Gemeinden die Gewerbesteuer an.
Hintergrund dafür dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. Für 2026 konnten mit Limeshain, Niddatal und Ortenberg nur drei Kreiskommunen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen – sechs weniger als noch im Vorjahr. Hinzu kommt, dass Glauburg das geplante Defizit im Jahresabschluss auch nicht durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen kann. „Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabenseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben neun Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die größten Steigerungen gab es in Glauburg (+315 Prozentpunkte), Rosbach (+266) und Florstadt (+250).
Damit liegt Glauburg gemeinsam mit Kefenrod mit nun jeweils 800 Prozent an der Spitze im Wetteraukreis. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin Wölfersheim mit 265 Prozent. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 537 Prozent liegt der Wetteraukreis 56 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres und 12 Punkte unter dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden (549).
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