Kassel. Schon im Schwarzbuch 2025/26 war der Mantel von Erdmann, dem Dackel von Kaiser Wilhelm II., zu finden. Damals hatte der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass die landeseigene Kunst- und Kultureinrichtung Hessen Kassel Heritage einen Dackelmantel für 4.500 Euro erworben hatte. Schließlich gab es kaum Belege, die die Echtheit des Kleidungsstücks beweisen konnten.
Nachdem der Fall im Schwarzbuch aufgetaucht war, griffen ihn Medien bundesweit auf. Ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Falls hat auch Hessen Kassel Heritage seine Schlüsse aus der Kritik gezogen und wagte die Flucht nach vorn. Der Dackelmantel erhielt ein Upgrade und wurde vom Stadtmuseum ins Hessische Landesmuseum Kassel verlegt. Dort konnte der Mantel vom 10.2. bis 12.4.2026 besichtigt werden. Auch der ironische Titel der Ausstellung „Erdmann oder Fakeman“ verrät, dass die Kritik des BdSt ernst genommen wurde. In der Ausstellung konnten die Besucherinnen und Besucher abstimmen, ob der Dackelmantel echt ist. Die Frage lautete: „Ist es der kaiserliche Dackelmantel, ein Dackelmantel eines anderen Erdmann oder eine moderne Fälschung?“. Insgesamt haben 177 Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgestimmt; 107 davon entschieden sich für die Antwort „Kaiserlicher Dackelmantel“.
Der Bund der Steuerzahler meint:
4.500 Euro für einen Dackelmantel waren Steuergeldverschwendung. Künftige Anschaffungen muss Hessen Kassel Heritage sorgsamer prüfen. Doch die Entwicklung dieses Falls zeigt: Das Schwarzbuch wird gehört und wirkt! Die Verantwortlichen haben die Flucht nach vorn gewagt und den Dackelmantel sogar noch prominent ausgestellt, anstatt ihn im Depot verstauben zu lassen. Die im Landesmuseum doppelt so hohen Eintrittspreise wie im Stadtmuseum lassen hoffen, dass der Mantel dadurch ein paar Euro Eintrittsgeld mehr einspielen konnte.
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