Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen steigt die Belastung aus der Grundsteuer B im Vogelsbergkreis vielerorts deutlich. So erhöhten gleich acht der 19 Kreiskommunen ihre Hebesätze, zum Teil erheblich. Auch bei der Gewerbesteuer erhöhten vier Städte und Gemeinden die Hebesätze.
Hintergrund dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. 2026 können 13 der 19 Kreiskommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Mit Wartenberg kann eine Gemeinde das geplante Defizit im Jahresabschluss sogar nicht durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen. „Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund.
Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabeseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen.
Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben acht Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die deutlichsten Steigerungen gab es in Kirtorf (+613 Prozentpunkte) und Feldatal (+320). Damit liegen beide mit nun 1.080 bzw. 580 Prozent auch an der Spitze im Vogelsbergkreis. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat die Stadt Herbstein mit 300 Punkten. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 435 Prozent liegt der Vogelsbergkreis 72 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres, aber noch deutlich unter dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden im Jahr 2025 (499 Prozent).
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