Alljährlich im Sommer kommen bis zu 3.000 ausgewählte Gäste in Berlin zum Hessenfest zusammen, „um Hessen als weltoffenes, leistungsstarkes und vielfältiges Bundesland zu feiern“ – so die Landesregierung. Auf Einladung von Ministerpräsident Boris Rhein und dem Minister für Bundesangelegenheiten Manfred Pentz wird die Hessische Landesvertretung nahe des Potsdamer Platzes für einen Abend zum „place to be“ für einen erlauchten Kreis aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Das hat seinen Preis, zu dem der BdSt Hessen einmal nachgehakt hat.
Das Hessenfest wird seit 2002 gefeiert. Die Landesregierung rühmt sich, dass es sich seitdem zu einem „der beliebtesten, wichtigsten und größten Events in der Bundeshauptstadt“ entwickelt habe. Dabei gehe es um die „Möglichkeit zum persönlichen Austausch, zum Netzwerken und zum Präsentieren“. Doch die Feierlichkeiten stehen nicht jedem offen: Laut Staatskanzlei handelt es sich um eine geschlossene Einladung an „wesentliche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Erste-Reihe-Kontakte, Presse, Kontakte mit besonderer Bedeutung bzw. Expertinnen und Experten aus Bundestag/Bundesrat/Ministerien/Wirtschaft/Gesellschaft“. Zum Fest 2025 kamen exakt 3.021 Personen. 2022 waren es noch rund 2.000 Gäste, seitdem ist das Hessenfest kontinuierlich gewachsen (2023: ca. 2.500 Gäste; 2024: ca. 2.800 Gäste).
Das Ausmaß der Party macht sich natürlich auch finanziell bemerkbar:
Auf Anfrage des BdSt Hessen teilte die Staatskanzlei mit, dass für das Hessenfest 2025 Gesamtkosten in Höhe von knapp 650.000 Euro angefallen seien.
Davon entfielen mehr als 280.000 Euro auf Ausstattung und Technik sowie fast 137.000 Euro auf das Catering. Immerhin: Fast 400.000 Euro wurden von Sponsoren übernommen, sodass im Saldo noch knapp 250.000 Euro aus der Landeskasse, also von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, beglichen werden mussten. Pro Gast entsprach dies 2025 Steuerzahler-Kosten von ca. 83 Euro, im Jahr davor waren es wegen geringerer Sponsoringerlöse über 105 Euro, 2023 ca. 92,50 Euro und 2022 gut 82 Euro pro Person.
Aus Sicht des hessischen Steuerzahlerbunds ist es sinnvoll, wenn das Land in Berlin Netzwerk- und Lobbyarbeit betreibt, um hessische Interessen auf Bundesebene zu verfolgen. Meist ist der konkrete Nutzen solcher Veranstaltungen nur schwer zu beziffern. Gleichzeitig ist es ein schmaler Grat zu teuer erkaufter Symbolpolitik und fragwürdigem Marketing. Erfreulich ist, dass die Sponsoringeinnahmen in den letzten Jahren gesteigert und die Kosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler damit abgefedert werden konnten.
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