Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen ist die Belastung aus der Grundsteuer B im Kreis Waldeck-Frankenberg vielerorts deutlich gestiegen. So erhöhten gleich neun der 21 Kreiskommunen ihre Hebesätze, zum Teil erheblich. Auch die Gewerbesteuer steigerten sieben Städte und Gemeinden.
Hintergrund dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. Für 2026 haben 18 der 21 Kreiskommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt, zehn mehr als im Vorjahr. Immerhin können alle Gemeinden das geplante Defizit im Jahresabschluss durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen.
„Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort.
Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabeseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben neun Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die deutlichsten Steigerungen gab es in Korbach (+150 Prozentpunkte) und Hatzfeld (+145). An der Spitze im Kreis Waldeck-Frankenberg liegen Bad Arolsen mit 530 Prozent und Korbach mit 512 Prozent. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin die Gemeinde Edertal, trotz einer Erhöhung um 100 Punkte auf nun 290 Prozent. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 361 Prozent liegt der Kreis Waldeck-Frankenberg 42 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres, aber noch deutlich unter dem Mittelwert aller hessischen Städte und Gemeinden im Jahr 2025 (499 Prozent).
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