Marburg. Nordöstlich der Marburger Kernstadt liegt der Stadtteil Ginseldorf. Damit die rund 730 Einwohnerinnen und Einwohner für die Entsorgung von Altglas nicht in die Innenstadt fahren müssen, gibt es auch in dem beschaulichen Ort Glascontainer. Drei davon standen bisher am Ortsrand, zwischen einem Wirtschaftsweg und einem kleinen Kanal, in dem Wasser aus dem Fluss Ohm fließt. Doch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wünschten sich eine gepflasterte Fläche, um den Platz besser von Scherben reinigen zu können. Zufällig wurde gerade der Wirtschaftsweg neben den Altglascontainern vom Landkreis Marburg-Biedenkopf zu einem Radweg umgebaut. Im Zuge dessen entstand 2025 eine gepflasterte Containerstellfläche, welche die Stadt Marburg in Auftrag gab. Die Kosten hierfür lagen bei rund 3.150 Euro, die sich die Stadt und der Landkreis hälftig teilten.
Doch leider kann die neue Fläche nicht wie geplant genutzt werden, denn bei der Planung wurde vergessen, die Wasserbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf miteinzubeziehen. Als diese von den Plänen Wind bekam, untersagte sie das Aufstellen der Altglascontainer an dieser Stelle – aus Gründen des Gewässerschutzes. Daraufhin wollte die Stadt die Stellfläche offenbar schnell wieder entfernen: Laut Presseberichten waren im April 2026 bereits Bauarbeiter vor Ort; der Rückbau konnte nur von engagierten Anwohnern verhindert werden. Laut einer Antwort der Stadt Marburg an den BdSt ist nun geplant, die Container auf einer Schotterfläche an einem anderen Standort aufzustellen.
Das ursprüngliche Problem konnte also nicht gelöst werden. Nun überlegt die Stadt zusammen mit Ginseldorf und dem Landkreis, die gepflasterte Fläche umzuwidmen, um wenigstens die Rückbaukosten zu vermeiden. Der angrenzende neue Radweg kommt hier gelegen. Dabei ist ein Fahrradrastplatz mit Sitzbank auf der Stellfläche im Gespräch, obwohl man dafür bislang offenbar keinen Bedarf gesehen hatte. Doch auch dieser Plan dürfte wieder mit der Ausgabe von Steuergeld verbunden sein.
Der Bund der Steuerzahler meint:
Die genauen Kosten für das Projekt sind noch unklar. Aber es steht fest, dass hier ein Fehler auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gemacht wurde, weil die Abstimmung mit der Wasserbehörde versäumt wurde. Nun wird versucht, den Schaden mit einer Umwidmung zu reduzieren. Sollte nun eine neue Fläche für die Altglascontainer entstehen, arbeiten die Behörden hoffentlich gewissenhafter.
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