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Gender-Gaga auf Hessisch

Das hessische Kultusministerium gab im April 2024 mit einem Schreiben an seine nachgeordneten Behörden und alle hessischen Schulen vor, dass sie nur noch mit weiblicher und männlicher Form gendern dürfen. Daraufhin wurden u. a. 170.000 alte Einträge in der Fortbildungsdatenbank der Lehrkräfteakademie überprüft und ggf. angepasst.

Wiesbaden. „Liebe Leserinnen und Leser“ – so und nicht anders dürfen hessische Schulen seit Frühjahr 2024 gendern. Damals gab der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein eine Dienstanweisung an die gesamte Landesverwaltung, in der die sogenannte geschlechtergerechte Sprache definiert wurde. Demnach dürfen weder Genderstern noch Binnen-I, Doppelpunkt oder Unterstrich verwendet werden. Künftig sind nur noch Verbindungen der weiblichen und der männlichen Form oder geschlechterneutrale Umschreibungen erlaubt.

Auch das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (Kultusministerium) erreichte dieses Schreiben. Das Ministerium ging daraufhin noch einen Schritt weiter und änderte auch alte Formulierungen. Die Hessische Lehrkräfteakademie durfte als Erste dran glauben. Sie ist in Hessen u. a. für die Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu-ständig. So wurden jegliche Fortbildungsausschreibungen, die vor April 2024 auf der Website der Akademie eingestellt wurden, dementsprechend geändert. Laut Kultusministerium hat das Hessische Competence Center hierfür eine Anpassung in einem speziellen Programm mit „Suche-ersetze-Formel“ vorgenommen. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung als Betreiberin der Datenbank hat diese Änderung entsprechend eingespielt. Rund 170.000 Einträge bereits stattgefundener Fortbildungen konnten so überprüft und ggf. angepasst werden. Teilweise wurden Einträge bis ins Jahr 2005 zurückkorrigiert. Doch unglücklicherweise hatte das Programm nicht alle Einträge korrekt erfasst. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten deshalb händisch nachbessern. Laut einer Antwort des Kultusministeriums an den Bund der Steuerzahler hat der ganze Aufwand die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler 5.850 Euro gekostet.

Der Bund der Steuerzahler meint:

Über das Gendern und dessen Stile kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber hier hat sich das Hessische Kultusministerium verrannt. Kaum jemand stört sich an alten Einträgen. Das Geld wäre im Bildungswesen besser investiert gewesen – dort gibt es dringendere Aufgaben.

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