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Steuerbelastung im Main-Kinzig-Kreis sinkt unter dem Strich

Vor Corona: sank durchschnittliche Belastung bei Grundsteuer A und B / Großkrotzenburg und Langenselbold reduzierten Hebesätze / Leichte Erhöhungen in Birstein / Vier Kommunen schafften Straßenbeiträge ab / Steinau a.d.Str. ohne Haushalt für 2020

Die Ergebnisse der jährlichen Kommunalsteueranalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen im Main-Kinzig-Kreis zeigen, dass die Städte und Gemeinden vor der Corona-Krise auf einem guten Weg waren, ihre Finanzen auf gesunde Füße zu stellen: Mit Birstein erhöhte nur eine Kommune ihre Hebesätze für die Grundsteuern, während Großkrotzenburg und Langenselbold die Belastung für die Steuerzahler sogar senkten – allerdings von einem hohen Niveau. „Daran kann man erkennen, dass die Städte und Gemeinden im Kreis in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wie wichtig das war, zeigen die aktuellen Herausforderungen in der Corona-Krise. Diesen können die Kommunen mit soliden Finanzen besser entgegentreten als mit ohnehin schon klammen Kassen“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds. Allerdings seien die meisten Haushalte schon vor Corona verabschiedet worden. Schon jetzt sei abzusehen, dass die finanziellen Auswirkungen der Pandemie auch für die hessischen Städte und Gemeinden verheerend sein werden. Es werde vermutlich Jahre dauern, bis die Kommunen wieder da sind, wo sie Anfang 2020 standen. Die Stadt Steinau a.d. Straße hat bis zum 30. Juni keinen Haushalt für 2020 verabschiedet, damit bleiben die Hebesätze des Vorjahres unverändert gültig.

Die Grundsteuer B, die auf bebaute oder bebaubare Grundstücke erhoben wird und über die Nebenkosten auch Mieter trifft, wurde 2020 nur in Birstein (+45) angehoben, Großkrotzenburg
(-100) und Langenselbold (-105) reduzierten die Hebesätze. An der unrühmlichen Spitze im Main-Kinzig-Kreis steht nach wie vor Großkrotzenburg mit nun 690 Prozent. Am wenigsten müssen die Steuerzahler mit 200 Prozent in Gründau berappen. Der durchschnittliche Hebesatz der 29 Kreis-Kommunen sank um fünf Punkte auf nun 469 Prozent. Dieser Wert bleibt aber nach wie vor leicht über dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden, der 2019 bei 460 Prozent lag.

Auch bei der Grundsteuer A erhöhte nur Birstein (+30) die Belastung, Langenselbold reduzierte um 105 Punkte. Mit 720 Prozent liegt Großkrotzenburg weiterhin an der Spitze aller Kommunen im Main-Kinzig-Kreis. Die Grundsteuer A besteuert land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. Gründau hat mit 200 Prozent nach wie vor auch den niedrigsten Hebesatz bei der Grundsteuer A. Mit einem durchschnittlichen Hebesatz von 437 Prozent (drei Punkte weniger als im Vorjahr) liegen die Kreiskommunen weiter über dem hessischen Vorjahres-Durchschnitt von 408 Punkten.

 

Bei der Gewerbesteuer reduzierte Langenselbold um zehn Punkte, die übrigen 28 Kommunen nahmen keine Änderungen vor. Spitzenreiter bei der Gewerbesteuer sind Großkrotzenburg und Hanau mit je 430 Punkten, den geringsten Satz erhebt Gründau mit 300 Prozent. Der Kreis verharrt bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 383 Prozent und liegt damit knapp unter dem hessischen Durchschnitt von 2019 (385 Prozent).

 

Der hessische Steuerzahlerbund setzt sich weiterhin dafür ein, die Straßenbeiträge bei voller Kompensation der kommunalen Einnahmeausfälle durch das Land abzuschaffen. Erfreulicherweise haben mit Erlensee, Neuberg, Niederdorfelden und Schöneck vier weitere Kommunen die Straßenbeiträge abgeschafft. Damit verzichten nun zwölf Städte und Gemeinden auf die Erhebung von Straßenbeiträgen, siebzehn Kommunen verlangen einmalige Beiträge.

BdSt erklärt: Was ist die Grundsteuer?