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Stillstand bei Homberger Schrottimmobilie

2024 griff der Bund der Steuerzahler im Schwarzbuch den überteuerten Kauf einer maroden Immobilie im Homberger Ortsteil Wernswig auf. Mit der überhasteten Aktion wollte die Stadt eigentlich eine Engstelle beseitigen und einen sichtbaren Ortsmittelpunkt schaffen. Doch die Entwicklung seitdem ist ernüchternd.

Homberg (Efze). Im Schwarzbuch 2024/25 monierte der BdSt, dass das nordhessische Homberg (Efze) eine Schrottimmobilie für 125.000 Euro gekauft hatte. Das Haus stand damals angeblich der Gestaltung eines neuen Ortsmittelpunkts in Wernswig im Weg. Außerdem gab die Stadt an, dass am Gebäude eine Engstelle bestehe, die ein erhöhtes Risiko für Fußgänger und Radfahrer darstelle. Weil die Homberger Verantwortlichen den Immobilienkauf überstürzten, lag der Kaufpreis deutlich über dem tatsächlichen Wert. Bei einer vorangegangenen Zwangsversteigerung ging die Immobilie noch für 27.500 Euro an einen anderen Bieter. Die Stadt zog den Kürzeren, weil sie sich mit einer Satzungsvorgabe beim Bieten selbst beschränkt hatte. Der BdSt kritisierte im Schwarzbuch, dass Homberg (Efze) vor der Zwangsversteigerung hätte sicherstellen müssen, auch bei einem höheren Gebot mitsteigern zu können.

Mit der Entscheidung, was konkret mit dem Haus geschehen soll, ließ sich die Stadt schon 2024 Zeit. Sehr viel Zeit, wie sich jetzt zeigt: Knapp zwei Jahre nach der ersten Erwähnung im Schwarzbuch hat der BdSt nachgefragt, was aus der Immobilie geworden ist. Die Aussage der Stadt im Februar 2026: Das Haus sei zwar noch städtisches Eigentum, bisher aber weder abgerissen noch saniert oder umgenutzt. Ähnlich ernüchternd fiel die Antwort auf die Frage eines Stadtverordneten nach dem Sachstand bei der Immobilie während einer Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt und Stadtentwicklung im November 2025 aus. Damals erklärte der Bürgermeister, „dass die Verwaltung sich aktuell mit den umliegenden Flächen befasse, um eine ganzheitliche Flächenordnung zu erreichen“.

Weil nach wie vor kein Elan in Homberg (Efze) festzustellen ist, findet sich der Fall in diesem Jahr erneut im Schwarzbuch. Leider nicht im Kapitel „Erfolge“.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert:

So überhastet Homberg (Efze) beim Kauf der Wernswiger Schrottimmobilie vorging, so behäbig verhält sich die Stadt seitdem, was das Schicksal des Hauses angeht. Ob Abriss, Umbau oder Verkauf – wenn man eine solche Bruchbude schon um sprichwörtlich jeden Preis kaufen musste, sollte spätestens jetzt ein Plan für die Zukunft her. Jahrelanges Totschweigen und Aussitzen dürfen keine Lösung sein!

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