Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen steigt die Belastung aus der Grundsteuer B im Odenwaldkreis weiter an. So erhöhten sieben der zwölf Kreiskommunen ihre Hebesätze, die Steigerungen waren teils erheblich.
Hintergrund dafür dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. Für 2026 konnten mit Fränkisch-Crumbach und Mossautal nur zwei Kreiskommunen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen – zwei weniger als noch im Vorjahr. Immerhin können alle Städte und Gemeinden das geplante Defizit im Jahresabschluss durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen.
„Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort.
Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabenseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben sieben Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die größten Steigerungen gab es in Mossautal (+655 Prozentpunkte), Brombachtal (+260) und Brensbach (+244). Bei der Steigerung der Prozentpunkte liegt Mossautal damit hessenweit auf Platz 2, nur Hofheim hat 2026 eine noch größere Erhöhung beschlossen (+886). Brombachtal liegt mit nun 1.175 Prozent an der Spitze im Odenwaldkreis. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat Oberzent mit 460 Prozent. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 737 Prozent liegt der Odenwaldkreis 148 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres und 192 Punkte über dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden (549).
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