Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen steigt die Belastung aus der Grundsteuer B im Landkreis Darmstadt-Dieburg kaum an. So erhöhten nur drei der 23 Kreiskommunen ihre Hebesätze. Zudem steigerten zwei Kommunen die Hebesätze bei der Gewerbesteuer.
Hintergrund dafür dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. 2026 können 21 der 23 Kreiskommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Und mit Babenhausen kann eine Stadt das geplante Defizit im Jahresabschluss nicht durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen. „Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabenseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben drei Kommunen ihre Hebesätze erhöht: Babenhausen hob den Hebesatz um 105 Punkte an, Eppertshausen um 80 und Groß-Umstadt um 75 Punkte.
Damit liegen weiterhin Griesheim mit 1.290 Prozent und Seeheim-Jugenheim mit 1.226 Prozent an der Spitze im Kreis Darmstadt-Dieburg. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin die Gemeinde Schaafheim mit 383 Punkten. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 760 Prozent liegt der Kreis Darmstadt-Dieburg nur elf Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres, aber sehr deutlich über dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden (549 Prozent).
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