Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen steigt die Belastung aus der Grundsteuer B im Landkreis Gießen weiter an. So erhöhten acht der 18 Kreiskommunen ihre Hebesätze, die Erhöhungen waren teilweise erheblich. Zusätzlich erhöhten fünf Städte und Gemeinden die Hebesätze bei der Gewerbesteuer.
Hintergrund dafür dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. 2026 kann erneut keine Kreiskommune einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen – wie schon im Vorjahr.
In 2026 können mit Allendorf (Lumda) und Langgöns zwei Kommunen das geplante Defizit im Jahresabschluss auch nicht durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen.
„Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabenseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben acht Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die größte Steigerungen gab es in Rabenau (+155 Prozentpunkte), Biebertal (+110) und Lich (+110). Damit liegt Rabenau mit nun 755 Prozent an der Spitze im Landkreis Gießen. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin die Stadt Pohlheim mit 282 Punkten. Mit einem Hebesatz-Schnitt von 499 Prozent liegt der Landkreis Gießen 39 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres und genau auf dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden im Jahr 2025.
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