Nach den Ergebnissen der Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen ist die Belastung aus der Grundsteuer B im Kreis Fulda vielerorts deutlich gestiegen. So erhöhten gleich acht der 23 Kreiskommunen ihre Hebesätze. Auch die Gewerbesteuer steigerten sechs Städte und Gemeinden.
Hintergrund dürfte die fortwährend angespannte Haushaltslage sein. Für 2026 haben 19 der 23 Kreiskommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. Immerhin können alle Gemeinden das geplante Defizit im Jahresabschluss durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgleichen. „Die Kommunen stehen weiter mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Kinderbetreuung und Soziales strapazieren die Haushalte vor Ort. Die Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich steigen nur leicht und nicht so wie versprochen. Außerdem entlasten die Zuweisungen aus den Sonderschulden des Bundes bei Investitionen, nicht jedoch bei laufenden Ausgaben. Die finanzielle Schieflage der Kommunen hält nun schon einige Jahre an und mittlerweile sind vielerorts die Rücklagen aufgebraucht. Daher sehen wir häufig massive Mehrbelastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Steuern und Gebühren“, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Bund und Länder seinen gefordert, jetzt endlich auf der Ausgabeseite abzuspecken. Aber auch die Kommunen seien aufgerufen, Prioritäten zu setzen sowie ihre freiwilligen Standards und Leistungen zu hinterfragen. Nicht jede Kommune müsse alles selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Bei der Grundsteuer B haben acht Kommunen ihre Hebesätze erhöht, die deutlichsten Steigerungen gab es in Hosenfeld (+110 Prozentpunkte), Großenlüder und Tann (jeweils +80). An der Spitze im Kreis Fulda liegen Bad Salzschlirf mit 795 Prozent und Gersfeld mit 450 Prozent. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Da sie über die Nebenkosten auch auf Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger. Mit Eichenzell hat eine Kommune sogar ihren Hebesatz gesenkt, um 50 Punkte auf nun 320 Prozent.
Den niedrigsten Hebesatz hat weiterhin die Gemeinde Rasdorf, die gemeinsam mit Beselich (Kreis Limburg-Weilburg) mit 167 Prozent auch den niedrigsten Hebesatz in ganz Hessen ausweist.
Mit einem Hebesatz-Schnitt von 331 Prozent liegt der Kreis Fulda 20 Punkte über dem Durchschnitt des Vorjahres, aber noch deutlich unter dem Mittelwert aller hessischen Städte und Gemeinden (549 Prozent).
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